Druckschrift 
4,1,a (1873) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1521 bis 1528
Entstehung
Seite
1208
Einzelbild herunterladen
 

1208

December 1527.

Zum ersten, dnß ir von sölicher üwerer fürgenomner Disputation gänzlich abstan und die underwegen lassen, Ursachen, ob und hernach erzelt.

Zum andern, ob ir bi dem cid, so ir und die üwern von statt und land geschworen, und by den besegeltenabscheiden, uns den siben Orten gegeben, beliben, dem geleben und statt thuon, daß ir uns uf nächstem tag, sozuo Luzern angesetzt und sin wirt uf Sonntag vorm nüwcn jars tag schirrest komend, durch üwer potschaft allda(ald?) in gschrift luter endlich antwurt geben wellend.

Zum dritten, ob doch all unser ernst, flyß, mich und arbeit nüt erschiessen, dann daß ir mit der Disputationfürfareu wellen (als wir doch niemer verhosfend und üch des bessern vertrumen), daß ir dann üwer ämpter zuoüch wider uf einen bestimpten tag vor der disputatz beruofen und vcrsamlen und uns den tag by guoter zyt ver-künden, so werden unser herreu und obern ir potschaft zuo üch schicken und mit üch und den üwern nützit andersreden, dann was der erberkeit zimpt und uns notdürftig und angelegen ist, und ob Gott will, üch und denüwern, auch uns und den unfern vor großem Unfall und schaden sin, zuo guotem, zuo friden und ruowen dienenwirt. Dann unser Herren und obern, ouch wir, je achtend und vermeinend, daß die notdurft erfordere, ob ir jein sölichen artiklen und stucken, so ir von statt und land zuosamen geschworen, und darum ir uns brief undsigel geben Hand, endrung thuon welltend, daß dann sölichs ir mitsampt den üwern, so mit üch das ze haltenangenomen und geschworen Hand, thuon söllent ?c.

Ouch, lieben Eidtgnossen, es möchte by üch und von den üwern etlich ungeschickt reden fürgan, ja ir welltendvon etliche» Orten uit bevogtet, nit geregiert, nit gclert noch ze glouben gezwungen werden, mit mer warten ?c.Ach lieben Eidgnossen, es ist unfern Herren und obern noch uns nie zuo sinn noch gcdank komm, wir begeren üchnit ze regieren noch ze bcvogtcn; wir tringend und zwingend üch zuo keinem minien glouben; allein ist unser Herrenund obern, ouch uuser beger und Meinung, daß ir und wir by einandern beliben, mit einander» hushabeu undregieren, wie üwer und unser altvordern, in dem waren alten rechten christenlichen glauben, in welchem glaubenüwer statt erbuwen, gepflanzt und ufkomen, in welchem glouben üwer altvordern und ir erborn und erzogen, inwelchem glouben üwer vordem und ir zuo großen eren, land und lüt kamen, in welchem glouben üwer vorder»zuo unfern vordern in püntnuß kamen und Eidgnossen worden sind, in welchem glaube» üwer und unser vorder»,ouch ir und wir vil erlicher sig erlangt und unser find zum dickern mal überwunden Hand, Gott Hab alweg lobund dank. By sölichem glouben und by der gemeinen christenlichen Kilchen begeren wir ze beliben und pitten Gottvon herzen, der welle üch durch sin gnad verhüeten und bewaren, daß ir üch nit allein von uns den acht Orten,sonder noch vil merer (slo) von der ganzen Christenheit und gemeinsame der christenlichen Kilchen nit sündernnoch abtreten, sonder üch zuo verlichen, daß ir wie üwer fromm altvordern beliben und üch halten wellend, alsfromm handvesten guotm christen und redlichen Eidgnossen zuostat. Denn warlich, lieben Eidgnossen, nit einerstatt, nit einem ganzen land, nit einem küngrich ?c. gezimpt, ouch des nit gewalt und macht hat, ändrung indem christenlichen glouben ze thuon, sonder die gemeinsame der ganzen Christenheit soll sölichs' verwalten undhandlm. Und ob ir glich wol möchten sprechen, ja die zwölf Ort Hand doch ouch ein Disputation gehalten u., istwar; wir pitten aber üch, ir wellen zum ersten betrachten, daß die zwölf Ort der Eidgnoschaft sölich Disputationzuo Baden nit darum fürgenomm, daß sy wider gemeine Christenheit und christmliche Kirchen nützit endlichsbeschließen, sonder als sy die Disputation angsechen, usgeschribm und verkündt, alweg vorbehalten und sich pro-testiert haben, ob etwas uf der disputatz old sunst zuo tagen von ruowen und friden wegen angsechen und gemachtwurde, daß doch sölichs nit änderst bestan, dann uf ein gemein christenlich Concilium, was dann daselbs angsechenund beschlossen, da weiten sy sich nit von sündern w. Darby so wellen ir eigentlich erwegen die siben artikel undschlußreden, so zuo Baden fürgenomm und disputiert, daß söliche nit wider die gemein christenlichen Kirchen, nitwider christenlichen verstand des heiligen gotts wort, sonder mit der Kirchen und in der heiligen gschrift fundiertsind. Aber so ir üwer fürnemm und artikel besechend, ist sölichs dem fürnemm und Handlung der zwölf Ortennit glich, sonder ganz widerwertig, dwyl ir üch merken land, was by üch angesechen und beschlossen, das söll undmüeß zuo ewige» zyten gehalten werden u., das doch hert zuo hören ist; dann so ir üwer artikel recht ergrün-dend, so werdend ir wol merken, ob die mit oder wider genuine Christenheit, und ob die der erberkeit, fromkeitund christenlichem leben, altem herkamen und wesen gemäß syend oder uit ?c.