720 Juli 1530.
wellten zc., daruf wir in ansehung, daß er ein frommer erlicher wyser geschickter Herr vornaher und allweg ge-wesen und noch ist und sich allweg crlich, geschickt und wol gehalten hat, allen unsren fliß, ernst und vermögenankert, den gottshuslüten zum dicker(n) mal ernstlich geschribcn und unser botschaft zuo inen geschickt, onch dievon Zürich und Glarns, nachdem unser vitfaltig früntlich aukerung, sy von ircm füruemen abzewcndcn, garmint erschossen, demnach mit unfern besigeltcn manbriefcn, dcssglichcn zuo tagen durch unser botschaft zumdicker(n) mal nach lut und sag der geschworncn bänden angsuocht und zum höchsten ermant, von ircm füruemenabzeston, (den) Herrn nbt zuo dem sinen kommen und btibcn ze lassen wie von alter har, oder daß sy unsdarnmb (wo sy das nit thuon) des rechten lut unser geschwornen bänden ^gcstattnen wellten, mit langer Mei-nung w., und zuo increin überfluss so hat gemelter Herr abt zuo vergangnen tagleistnngen gmeiner Eidgnossensandtbotten angrücft und gcbctten um gottes und der gcrechngkcit willen, daß man doch im zum rechten verhelfenund (in) nit also rechtlos lassen well, mit langer erklagnng siner fachen zc.
3. „Aber unangsehen dise und noch vil mer ersnochung und Handlung, von kürze wegen setz undcrlasscn,so hat doch sölichs nit mer nuh noch frncht bracht, dann daß Herrn abt schmal kein recht verfolgen, und wirim onch jetzund leider weder in der güetlicheit noch zuo recht gchelfen mögen, dann daß er und wir zwei OrtLncern und Schwiz mit im also rechtlos ston mücssen, das Gott klagt sig, zwar (?) sölich schwere fachen, Händel,gerächt und verlümbdnng über ei» Eidgnoschaft nie usgangen, und allweg ein alter brach und sprüchwort ge-wesen ist, wer nit zuo recht Hab mögen kommen, der Hab si» zuoftncht in die Eidgnoschaft gehebt zc. Eserbarmt uns onch von herzen, daß wir uns dess erklagen und eroffnen mücssen; aber die grob misshandlungund tat ist leider so offenbar und lutbrccht allenthalb, dass sölichs o» unser erklagen ganz menklichem unver-borgen ist zc.
4. „Darnmb, allergnedigister Keiser, so langt an ü. k. Mt., als eins das oberst houpt, onch vogt undbeschiriner der heiligen alten waren cristenlichen kirchcn, unser dcmüetig trungenlich und ernstlich anrüefen undbitt, der welle gefallen, disen betrüebtcn und on recht vertribnen Herren und abt von Sank Gallen ganz gnc-diklich zuo verhören, sin anligen und unbillich begegnet fachen, so er ü. k. Mt., vil mer und wyter dann wirhie gemeldt, klagen und anzeigen wirk, zuo herzen ze fassen und durch gottes, onch der gerechtigkcit und (keis.?)amts willen, als ein usteiler, beschirmcr und handhaber der gerechtigkcit, durch etwas mittel und weg (die ü.k. Mt., so unzalbar mer dann wir seiner erdenken, fürzcnemcn iveißt) disein Herrn und nbt verschaffen geholfenzc werden; dann wo es in unserm vermögen stücnd, ime ze helfen und bystand zc thuon, weiten wir nit alleinuß schuldiger Pflicht, noch vil mer uß geneigtem nullen, so wir zuo im tragend, ganz gern und gnotivillig thuon;daby daß tt. k. Mt. uns hiemit für entschuldiget und verantwnrt haben und unserm unvcrmügen zuomessenwelle, und ü. k. Mt. erzeig sich so gncdigs willens gegen Herrn abt, als dann zuo ü. k. Mt. wir ein sonderhoch und guot vertruwen und Hoffnung haben, dcro wir uns zuo undcrthänigen gehorsamen diensten erbietendund demüetiklich befelhend. Hieinit der allmächtig gott üwer k. Mt. in langwiriger loblicher regierung, höchstencrcn und wolfart und zuo ufrichtung des abfalls der alten waren christenlichcn kilchcn mit gnad und gsundhcitufcnthalten zmd bcivaren wölle, bitten wir von herzen. Datum uf" (fehlt).
Ü. ke. Mt.
underthenig schuldig gehorsam ! ganz guotwilligSch. n. Rat j der statt Lncern.
St. A. Lucern: A. Abtei St. Gallen (Concept von I. Huber).
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