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Juli 1530.
Kundschaften eröffnet; man hat daraus entnehmen können, daß vielerlei Anschläge im Werke sind, durch welchebeabsichtigt wird die Eidgenossenschaft zu zertrennen und namentlich die christlichen Städte von der Wahrheitabzubringen; darüber hat man verschiedene Rathschläge vorgebracht und erwogen („vil underred uf und nidermit einandern gehalten") und am Ende für gut erachtet, zuerst die Höste, welche den drei Städten Zürich,Bern und Konstanz jenseit des Sees und Rheins angelegt sind und gegen andere ferner noch verfügt werdenkönnten, in Betrachtung zu ziehen. ?». Weil Bern nicht für gerathen hält, gegenwärtig in dieser Sache zuhandeln, ehe man wisse, wo der Reichstag „hinaus wolle", und weil bald aus einem kleinen Schritte großeKosten erwachsen könnten, so schlägt es vor, um größere Beschwerlichkeiten zu verhüten und um niemand Anlaßzur Unruhe zu geben, den Handel bis auf gelegnere Zeit anstehen zu lassen. Diese Meinung wird auch vonandern Boten unterstützt, besonders weil die Eidgenossen unter sich selbst uneinig sind, und die Sachen denAnschein haben, daß zu Augsburg nicht viel Einhelliges beschlossen werde, indem man höre, daß Einige bereitsabgereist seien, und vielleicht in kurzer Zeit etwas Durchgreifendes gehandelt werden könnte. Wiewohl dannetliche Orte empfohlen haben, dem Kaiser selbst nach Augsburg, dagegen andere, den Prälaten, welche die Häftebewirkt, oder den Regimenten, freundlich zu schreiben und sie zu ermahnen, von solchen Verboten abzustehen:c.,dünkt dies alles die übrigen Gesandten unfruchtbar und vergeblich, da die frühcrn Schriften nichts geholfenhaben, und dem Schreiben eine tapfere That folgen müßte, wozu man aber diesmal nicht entschlossen ist, so-daß die Widerwärtigen nur noch mehr bestärkt würden. Weil nun die Boten mit ganz gleichen Vollmachtenabgefertigt sind, so haben sie die Sache wieder in den Abschied genommen, um auf nächstem Tag Antwort zugeben, ob, wie und wann man schreiben oder Botschaften schicken, oder was man sonst thun wolle. «?. Bernist berichtet worden, und zwar ganz der Wahrheit gemäß, daß Mark Sittich von Ems die Eidgenossen vonZürich auf dein Reichstag ernstlich verklagt, daß sie mit Gewalt das Seine vorenthalten, und den Kaiser ge-beten hat, er möchte ihm wieder dazu verhelfen oder doch zulassen, mit Hülfe seiner guten Freunde zu versuchen,wie weit er es bringen könnte; deßhalb hat es seinem Boten (auf diesen Tag) befohlen, sich über den Sach-verhalt zu erkundigen, da dergleichen Gewaltmaßregeln allen Orten Verlegenheiten zuziehen möchten. Zürichgibt darüber folgende Auskunft: Es vorenthalte dem Mark Sittich nichts; aber weil er, der Erbcinung zuwider,ohne Ursache die Güter und Einkünfte des Gotteshauses St. Gallen in allen seine» Gerichten verlegt habeund sich weigere, den Pfarrer zu Widnau im Rheinthal, wo er Lehensherr und Zehntnießer sei, mit einergebührlichen Kompetenz zu versehen, so habe es, als Schirmherr jenes Klosters, das Scinige diesscit desRheins ebenfalls vcrheftet, jedoch in keiner andern Meinung, als bis er des Gotteshauses Vermögen freigebe unddem Prädicantcn einen Unterhalt verschaffe. Darauf hat der Bote von Bern die Herren von Zürich aufsfreundlichste crmahnt und gebeten, in Betracht der gegenwärtigen Theurung und anderer schwieriger Zeitum-stände nicht hitzig zu Verfahren, weil aus solchen Beschlagnahmen bei diesen zänkischen Leuten bald Unratherwachsen könnte; sondern in Zukunft, wenn sie weiteren Anlaß Hütten, solche Häfte anzulegen, die Sache zuvoran ihre christlichen Mitbürger zu bringen und ihren Rath darüber zu vernehmen, damit die andern Orte,wenn etwas Schlimmes daraus erfolgen sollte, sich leichter darnach richten könnten; dann werde Bern zurHandhabung des Rechts und der Billigkeit dermaßen bcholfcn und berathen sein, daß sie freundlichen Trostbei ihm gewißlich finden sollen, wie es frommen Christen und getreuen Eidgenossen gezieme. Die andern Boten,die hierüber keine Befehle gehabt, haben sich dieser Bitte nicht beladen, in der Zuversicht, daß „sie" (Zürich)wohl wissen werden, was die Billigkeit erheischt, il. Man hat durch verschiedene Kundschaften erfahren, wieVogt am Ort van Luccrn, Schultheiß Hug's Sohn und Baptista de Genua (in Augsburg) auf Befehl des