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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
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April 1530.

3. Nachdem Zürich das Niederwasser auf der Limmat (Lintniagt") wieder aufgeihan und iüchiige Schiff-leute undFergen" dahin verordnet hat, daneben aber verlautet, daß die Kaufleute zu Chnr oder anderwärtsim Gebiet der Bünde mit Zöllen und andern ungewohnten Beschwerden belastet seien, welche sie abhalten, dieLimmat (unser far und Wasser") zu brauchen, so soll der Bote die Bündner auf dem Landtag bitten undermahnen, solche neue Beschwerden um besserer Freundschaft willen abzuthun; dagegen werde man bei denSchiffleuten verschaffen, daß sie Jedermann wohl bedienen und bei Vermeidung von Strafe und Ungnade nichtüberfordern.

4.Und als dann die cristenlichen stett für guot angesechcn, daß man kundschaft und verständniß mitden Venedigern gemacht, damit man ouch gewißt, was man an inen gehebt hette, und aber die Pündter alsnachburen, so der fach gesessen, sölichs am allerkomenlichisten anrichten und zuo weg bringen mögend; soferr dannunserer Eidgnossen von Bern bott, dem wir hierumb gewalt und befälch ze geben sinen Herren und Ober»geschriben, des; gewalt hette, so soll unserer mitsampt demselben Kotten in vertruwter stille und hcimligkeitvon sölichs Verstands wegen mit etlichen vertruwten Personen, so man im in geschrift zustellen Wirt, ufs trüw-lichest handlen, wie derselb ze machen, ouch mit was fuögen mit den Venedigeren in pratik und Verständnis;ze kommen, damit man ouch wissen (mög), was sich zuo inen zuo versechcn, oder wess Willens sy wärind.Und so dann dise Personen sölichs für guot und geraten ansechen, daß es ze thuond, sy ouch sölichs anzerichtenguotwillig würint und sich dess erbieten wurdint, soll ulsdenn unser bott gewalt hau, inen Visen Handel zuobefelchen und zuo vertruwen, ouch Kescheid und abrcd mit inen ze machen, wie und mit was gestalt das andie Hand ze ncmen, wie wir ouch sölichs, was sy geschafft und by den Venedigern fnnden, verständigt werdenmöchten, darin wir ini gewalt geben und zum trüwlichsten befolchcn haben wellen, das best und wägest zehandlen, das in bedunk am geschicktisten, ouch unser lob, nutz und eer sin, wie wir im wol vertruwend, dochin allweg zuo vergoumen, daß sölichs nienan usgespreit, sunder in großer heimligkeit behalten, ouch mitniemand dann mit vertruwten lüten gehandlet werde. Actum Frytags nach Ostern (22. April) Anno xxx."

5.Junker Antoni Trabers und Herr Johanns Comander, predicant zuo Chur, sind die Personen, mitdenen unser bott obbeschribne ding handlen und inen die vertruwen mag."

Es ist zu vcrmuthcn, daß die Botschaften nur nach Chur kamen und da mit der Stadt allein verhandelten;Näheres geben folgende Missiven:

1) 1530, 25. April (Jörgen-, darüber: Marcns-Tag), Trnns. Landrichter und Rath des GrauenBundes an Zürich. Antwort auf dessen schriftliches Begehren, einen eiligen Tag der III Bünde anzusetzen.Man wäre gerne bereit, zu willfahre», finde aber in keiner Weise möglich, einen solchen Landtag zu halten;deßwegcn habe man sich entschlossen, zum bäldcsten einen Tag (aller Bünde) zu halten, und zwar aufSonntag Judikate (8. Mai), Abends an der Herberge in Jlnnz zu sein. Wenn nun Zürich etwas ange-legen wäre, so möge es solches vorbringen, indem man darin wie in andern Sachen guten Willen beweisenwerde ... St. A. Zürich: A. Capp. Krieg. St. A. Bern: Absch. M. ZÜ7sos.

2) 1530, 30. April. Chur an Zürich. Nachdem eine Botschaft von Zürich und Bern, die in denletzten Tagen erschienen, ihre Instruction eröffnet und dabei angezeigt habe, daß die vom ober» Bund einen ge-meinen Bundestag angesetzt, aber denselben so weit hinaus geschoben, (daß sie darauf nicht warten könnte),und in der Sache Rath begehrt habe, sei man nach Erwägung der Kosten eines Bundestages zu dem Ent-schlüsse gelangt, den Herren im ober» Bund die eingelegte Instruction abschriftlich mitzutheilen und ihnen durcheinen Nathsfreund von dem Handel Bericht zu geben; sie haben sich darüber wohlgefällig geäußert und sicherboten, Leib und Gut zu den beiden Städten zu setzen, aber in Betracht, daß die Sache keine Eile erfordere