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März 1530.
je die nächsten, so der fach gesessen, erstlich in schneller rst vor ollen dingen den Plätzen und Pässen, dnher unsschaden begegnen möcht, als zuo Woldshuot, Keiserstuol, Klingnow, Kadelburg und derglychen Plätzen zuofallen,die innemen und nach notdürftiger sicherheit vertvaren, das überig, wie der krieg anzegryfen, ze stieren, wohin zeziechen, und wie sich wpter in (den) Handel ze schicken syg, wirt die gegenwürtige not wol lernen; diewyl wirdennzemal einander wol beschrpben und uns diser dingen beratschlagen mögcnt, davon man setz nützit sundersvorraten kan." St. A. Zürich! Jnstruct. I. Söt—S5S.
2) 1530, (A. März, oder nach obigem Tage?), Zürich. „Justierung, warumb des Keisers- zuokunftnit zuo verachten, sunder, sich mit guotem rat und anschlügen daruf zuo verfassende sig."
1. Der gemeinen „fliegenden" Rede, der Kaiser komme nicht, m an sei seinethalben wohl sicher, u. s. w.sei gar nicht zu vertrauen, da man hierüber nichts Gründliches wissen könne.
2. Er sei nicht bloß mit dem Papst, sondern auch mit dem König von Frankreich, den mächtigstenFürsten, auch mit den Venedigern und andern Potentaten in Italien schon vertragen und habe da so ziemlichalles in Ordnung gebracht, zuletzt auch die Entzweiung mit dem Papst, der Krönung wegen, gütlich erledigtund auf Matthen bekanntlich die Krone empfangen.
3. Wenn Jemand einwendete, der Türke lasse ihm keine Ruhe und werde ihn an seinem Vorhaben (gegendie Evangelischen) verhindern, so ist zu vermerken, daß derselbe gegen des Kaisers Bruder im vorigen Jahrmit der allerstärksten Macht, die er in seinen Landschaften aufzubringen vermocht, ausgezogen, aber wegen allerleiUnfällen erst um Michaelis vor Wien gekommen, wo es ihm auch nicht nach seinem Willen gegangen, daß eralso diesmal müde und wenigstens für ein Jahr nicht begierig sein werde, einen so weiten und schweren Zug,wie es gewöhnlich sein Brauch sei, zu unternehmen, sondern sich erholen und auf gelegene Zeit rüsten wolle.
4. Weil nun die Mehrzahl der Fürsten und Stände des Reiches dem Kaiser anhangen, und kein anderesHinderniß mehr obwalte, als der gemeine Mann, der ihm darin etwas zuwider sein möchte, so habe er, um auchdas abzuwenden, diesen Reichstag ausgeschrieben, vermuthlich um Eier, Käs und andere solche Speisen und „schimpf-liche" Dinge nachzulassen und das Volk, als ob man etwas Großes gethan, damit zu geschweige!!, wie er jain seinem Ausschreiben verkünde, daß er beide Theile selbst verhören und der Einigkeit des Reiches ?c. nachtrachtenwolle; da sei leicht zu merken, daß er hiemit dem gemeinen Manu „ein späckli uff (die) Zungen binden" undihn mit eitler Hoffnung begütigen wolle, aber wohl etwas ganz Anderes im Sinne habe, nämlich mit solchenbetrüglichen Vorschlügen seine Pläne durchzusetzen.
5. Wenn er nun auch, wie schon gesagt, beide Parteien in ihrem Anliegen „oben anhin umb glimpfswillen" verhören wolle, so sei doch glaublich zu vermuthen, daß darüber schon ein „betretener" Rath gemachtworden, nämlich, daß der Kaiser einige leichte Sachen, wie Fleisch und Eier essen u. dgl>, nachlassen, aber dierechten Hauptstücke übergehen, nicht mit einem Worte berühren, sondern etwa sagen werde: Weil der eine Theilin dem, der andere in jenein geirrt, so habe er sich mit seinen lieben Freunden, den Ständen des Reiches, ent-schlossen und gebiete, daß es künftig so und so gehalten werde, — und also „ein knöpslechts muos durch einanderkochen" und mit dem geweihten Haufen sich verständigen (würde), die Ungehorsamen zu strafen und damit einenAnlaß zu finden, die andern, denen der Handel nicht so „heiß" angelegen, und die vielleicht sonst sich ruhig hielten,bloß „uß fürwelbung der gehorsnmi", wider die Andern, die er ungehorsam nennen werde, aufzutreiben und, wieer es in Italien gethan, „den krieg uß ander tüten seckel (zuo) stieren."
6. Man dürfe annehmen, daß auf diesen Fall hin alle Dinge schon berathschlagt seien, wie man dieUngehorsamen angreifen könnte, wer des Kaisers Helfer oder Feind, wie einem jeden beizukommcn und dessenHülfe zu schwächen wäre. Da sei wohl zu vermuthen, daß des Kaisers Partei, wenn auch die Eidgenossen (dieV Orte) bei ihr nichts suchten, die Trennung eifrig benutzen würde, um sie wider uns zu richten und damituns zu schwächen, „und ob sy inen schon sp ouch under die tegki ze lassen zuosagcn oder etwas anders thuonmücßtind, das sy nit gern thätiud."
7. Deßhalb seien diese Dinge nicht schlechtweg zu verachten und in den Wind zu schlagen, sondern hoch-nothwendig, Mitteln nachzudenken, wie man sie (die V Orte?) bereden könnte, dem Kaiser in diesen Fällen nichts