Druckschrift 
4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

218

Juni 1529.

bürg), infolge der Zuschrift von Zürich.Erstlich sollend ir ilends by tag und nacht hinab ryten zum vogtvon Lenzburg und wohin die notdurft das crhönschen (wirt), und das best zu» fachen reden, zuo friden undruowen verhelfen raten und thuond alles, das zuo glimpf, fuogen und eeren dient, und vorab mit denen vonZürich trungenlich reden, daß sp den angriff nit thücnd noch den krieg anfachind; wo sr> aber angriffe», gcnötigctund überzogen wurden an lyb, guot, landen und lüten, oder miner Herren lüt, die von Lenzbnrg oder ander,alldann so soll dem schryben, so min herreu rät und burger dem vogt von Lenzburg hüt zuogeschickt, nachkommenund gelebt werden, also wo es nit anders sin möcht, und die von Zürich (wie oblut) oder min Herren an landenund lüten ?c. angriffen und begwaltiget wurden von den v Orten oder andern, daß alldann die grafschaftlütund ander Ergöwer mit macht ufspcnd, denen von Zürich, so zuo Vremgarten oder in feld ligen, trostlichen zuo-züchen oder an die ort, da es dann not wurde thuon, und da der angriff beschechen wäre, es sye nf min Herrenoder die von Zürich, wo das sich zuotragcn wurd, und hierin handle», wie dann den potten mündtlich be-

solchen t^t." St. A. Bern: Instructionen, 301. St. A. Zürich: A. I. Capp. Krieg.

8) 1529, K. Juni (Sonntag vor Medard!). Abt Wolfgang und Hans Binder in Cappel an Zürich-Heute habe ihnen ein wahrhafter Mann von Zug angezeigt, daß die IV Waldstätte heutegemeindet" und sichentschlossen haben, morgen mit ihren Panncrn unfehlbar aufzubrechen, um den (Unterwaldner) Vogt mit Gewalteinzusetzen, während Zug, weil das Freiamt sich stille halte, auch ruhig bleiben wolle.

St. A. Zürich: A. I. Capp. Krieg.

9) 1529, 6. Juni. Bern an Frciburg und Solothurn. Ihre Boten werden berichtet haben, daß manentschlossen sei, den Vogt der Underwaldner ohne Recht in Baden nicht einsitzen zu lassen; da nun aber unter-standen werde, denselben mit Gewalt dahin zu führen, so gebühre sich, das mit Gewalt zu wehren, und ziehedeßhalb indieser Stunde" mit dem Panner aus; darum mahne man beide Städte kraft der Bünde und Burg-rechte, treues Aufsehen zu üben und auf weitere Ermahnung mit aller Macht aufzubrechen und nachzuziehen.

St. A> B-r»! T-Utsch Miss. It, sso a.

Auf der Rückseite des Blattes findet sich das Formular eines definitiven Aufgebots.

19) 1529, 6. Juni, Morgens. Bern an Zürich. Dessen Schreiben an den Vogt zu Lenzburg habeman um Mitternacht empfangen; weil man aber nicht wisse, was die Boten von Freiburg und Solothurn, dienach Lucern geritten, und das dorthin abgegangene Schreiben, welches Zürich in Copie erhalte, bereits gewirkthaben, und weil man hoffe, daß Zürich über den Erfolg dieser Schritte schon Bericht empfangen habe unddeßhalb gestern früh nicht ausgezogen sei, so habe man nicht weiter handeln können. Dem Vogt in Lenzburgsei jedoch befohlen, gutes Aufsehen zu haben, im Fall eines Angriffes von Seite der V Orte schleunigen Beistandmit den Amtsäßcn und andern Aargauern zu leisten, wie auch die Obern zu berichten, die dann mit ihrer Machstherbeiziehen und Bünde und Burgrccht tnpferlich halten würden. » >

St. A. Neru: Teutsch Miss. I!-. 281. St. A. Zürich: A. I. Capp. Krieg.

11) 1529, (6. Juni?),nf Sunntag um die vierten stund." Vogt Amli von Unterwaldcn und Morizvon Mettenwpl an Schultheiß und Rath in Luceru.Als wir gen Merenberg sint kumen, da haben wir injKotten von Bremgarten funden, die haben uns anzöigt, wie daß (die) Zürcher mit vj hundert man und mitvier stuck büchsen uf rädern und etwa» vil haken da durzogcn, und sind all gen Mure zogen mit eim fünftund sagent, ft) bczalen was si essen und trinken, und do die von Zürich ze Bremgartcn dur haben wellen, habensis nit wellen inlassen, old fr» verhießen inen, daß sr> wellten durfaren und mit nicman kein chrieg anzefachen;das haben sr> inen zuogeseit. Witer, lieben Herren, so sind die Meyenberger fast guot und bitten üch um ein

guot u^echen." V St. A. Lucern: A. Neligtonshäudel.

12) 1529, ?6. Juni (April" oder eher 5. Juni?), 5 Uhr Nachmittags, Bremgartcn. Hauptmann, Fenncrund Räthe von Zürich an die Obern. Meldung ihrer glücklichen Ankunft und guter Aufnahme in der Stadt. Sofortsei von Junker Hans Edlibach und Peter Meper Nachricht eingetroffen, daß sie mit etwa 599 wohlgcrüsteten Leutenim Kloster Muri lägen, und dabei die Bitte gestellt worden, ihnen zuzuziehen; man habe ihnen geschrieben, diessei heute des Geschützes wegen unmöglich; bei Nachricht von Gefahr wolle man aber ohne Verzug aufbrechen.