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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
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April I52ö.

„Dem fürzckommen, frid, lieb, ruow und einigkcit gemeiner unser Eidgnoßschaft damit ze stiften, diewylwir in kraft der pündcn allein usscrlicher zytlichcr dingen, weltlicher oberkeit und regiments halb, zuo enthaltungund beschirmung land und lüten, und nit in fachen des geloubens, was die conscienz, den inner» menschen unddie seligkeit belanget, einander gebunden, und fünft in bekanntniß des einigen gots, unsers erlösers und selig-machcrs Jesu Cristi, eins tvufs, einer seligkeit und den zwölf houptartiklcn rechts alten waren cristcnlichen gloubensgar eines sinns und, ob gott wil, zuo beiden teilen cristcn sind, und also allein der usserlichcn kilchenbrüchen,mentschlichen satzungen und der ccrimonien halb, so täglichs in den kilchcn umb gelt kouft und vertonst werden,und nit von wegen des uralten rechten waren cristcnlichen geloubens, den unser altvordern von den liebenaposteln und iren nachkommen gesogen, der stoß und span zwischen uns ist, dcßhalb gar schimpflich, daß wirumb so ein geringen mißverstand zuo so schwärer zerwürfniß und Uneinigkeit komm sollen;

„Deßhalb, dem allem vorzcsin, und damit wir in obangercgter liebe und einhelligkeit fürer rüewig beharrenmögend, so haben wir uns und allen unser» nachkomen zuo ruow und guotem gemach, mit guoter zytlichcr vor'betrachtung und einhelligem rat diser nachbemclten fachen, stucken und artiklen güctlichen vereinbart und diewissentlich gegen einander ingangcn, beschlossen und abgeredt.^)

1. „Ncmlich und des ersten, diewyl der gloub ei» sundere gnad und fryge gab von gott ist, und nicmandsdarzuo gedrengt werden soll, daß dann jedes Ort unser Eidgnoschaft zuosampt allen unfern verwandten undpnndtgnossen, wie die an und zuo uns kommen sind, des geloubens halb, die cerimonien, verwandten gottsdienstund alten kilchenbrüch zno behalten oder fallen ze lassen, je darnach ein jedes Ort von gott ermant und gcwisenwirt, doch jedes uf sincm ertrich, in j sinen eigenen landen, geeichten und gebieten, da es allein on mittel zuogebieten, ze herschen und mit niemandt teil hat, fry ungebunden sta», sin fryge chur und wal, ouch völlig machtund gcwalt haben, darin zuo gebieten und zuo verbieten, mit sölichen vermeinten gotsdiensten, onch der kilchen,klöstcrn und geistlich genempten güetern, was deren in jedes Orts landen und oberkeiten ist, ze handle»,ze ordnen, ze thuon und ze lassen, nachdem ein jedes Ort das gelegen, im und den sincn fuoklich und gott amaller angenämisten sin bcdunken will, von den übrigen Orten, allen iren verwandten und zuogehörigen samptund snnders daran ganz nnverhindert.

*) Für den Eingang liegt auch eine kürzere Fassung vor: „Als dann sich von blödigkeit und Unbeständigkeit wegendiser irdischen zergänklichen dingen zuo vilmalen die zyten und wir tödtlichen menschen, onch nnser sitteu, wäsen und gesatzje nach gstalt und löufen der zyt verwandtem, und sich dann diser Herten unrüewigen zyt zwischen uns Eidgnossen von wegender leer und des wort Gottes, daß wir das nit glychlich verstau und uns der waren heiligen gescheht nit nach richten wellend,so starker unwill und zweyung erhept, daß zuo ersorgeu, wo die beharret, wir dadurch zuo größerer unruow, Nachteil undverderplichem schaden, jüngst ouch zuo uflösnng und zertrännmig unser alten eewigen pündten, damit wir in recht warer trüw,liebe und fründschaft einander gebunden gewesen und, ob gott will, noch sind, gcfüert werden möchten, und diewyl wir aberall in bekemnmg eines gotts, eines seligmachers Cristi Jesu und den zwölf waren honptstuckeu cristenliches geloubens glychlichgesinuet und allein von wegen der mentschlichen satzungen und verwandten gotsdiensten, so man täglichs in den kilchen umbgelt kouft und verkauft, der stoß und zwispaltuug zwischen uns ist, und es dann gar schimpflich, daß wir so geringer stoßen halbso zuo herter und schwärer Uneinigkeit kommen sollen, und aber uns von gott unserem schöpfte »ützit thürers dann die liebebefolchen: damit wir dann sollichen Unwillen fürkommen, by gemelten unsern geschwornen pünden, alter loblicher trüw undfründtschaft, die unsern lieben altvorderen und uns zum oftern mal ivol erschossen, onch in guotem frid, ruow und einigkeit byeinander belyben, land, lüt, cer und guot behalten mögent, so haben wir uns umb gemeiner unser Eidgnoßschaft wolfartund unser aller frommen, lob, nutz und eeren willen diser nachfolgenden Meinungen und articklen entschlossen und die gegeneinander ingangen, abgercdt und angenomeu wie hernach stat.

(l.) „Nemlich des ersten, diewyl der glonb ein snndere gnad und fryge gab von gott, darzuo niemand zuo zwingendeist, daß dann ein jedes Ort nnser Eidgnoßschaft mit sinen underthanen und zuogehörigen in siuen eigenen landen, geeichtenund gebieten, da es allein zno herschen und zuo regieren sund) sunst mit niemand teil noch gemein hat, in fachen desgeloubens, und ivas dänen anhängig, fry ungebunden sin und kein teil noch Ort das ander darin sinnen noch irren, sunderein jedes Ort in solichen geistlichen fachen, die conscienz, seligkeit und den gotsdienst belangend, leben, handle», schaffen,gebieten und verbieten soll und mag, was jederman gegen gott und den sinen getruwet zuo verantwurten."