März 1529. 99
von friden und rnowen wegen und gemeiner loblicher Eidgnoschaft zno lob, nutz, eer, wolfart und einigung,damit die nit zertrennt und derselben erbfind nit frcud empfachind, sonder ir arglist (und) ufsetzig pratikenniederdrückt merdint, daß min Herren obbemeldt in ansechen obgeschribner Ursachen, als die güetigen und hoch-verständigen güctiklichen weiten annemen den abscheid, so sy, erst gedacht schidlüt, zuo Baden in Ergöw uffMentag des ersten tags Hönning nächst verschinen diß spans halb gemachet haben.
„Als nun soliche bitt, mit vil mer warten, hie unnot zuo melden, beschcchen, auch obbemelter drygerOrten, nämlich Glarus, Fryburg und Solothurn, Kotten in irem, ouch anderer Eidgnossen namen, so hie nitzuogegen und aber inen befolchen, in irem namen onch zuo bitten, min Herren pittlich ersuocht, in disem Handeldas best ze thuond;
„Uff solichs haben vilgemelt min Herren gstaltsame der fach erwägen und betrachtet und sich haruf nach-folgender Meinung erlüteret und entschlossen:
„Erstlich, wiewol sy gnuogsam redlich Ursachen hettind, mit den Underwaldnercn zuo handlen, wie sy wolmit irer frcfen grobhcit, überbracht und Überzug verschuldt, da sy an alle nrsach ungewarneter fach zc. min Herrenüberzogen, als menklichem kuiidt ist; nützit bester minder, von friden und ruowen wegen, onch gemeiner loblicherEidgnoschaft zuo enthaltung, so wellen min Herren (wie ungern sy das thuond und inen gar schwer ist) uinbder trungenlichen bitt willen, so an sy durch oberucmpt potteu gelanget ist, obangeregten spruch und abscheidgüetlich annemen und die ersamen potten harin, und dheins wegs die von Underwalden, vereren, mit angehenkterlütrung und usgedruktem vorbehält:
„Anfangs, diewyl der Handel unser cristcnlich Mitbürger und getrüw Eidgnossen von Zürich nit minderdann min Herren berüert, so ist miner Herren will und Meinung, daß die selbigen in disem vertrag vergriffensyend; deßglichen alle die, so minen Herren in nechst vergangnem Jndcrlapischen krieg zuozogen sind, und allander zuogewandten, so diß fach belangen mag.
„Zum andern, daß die von Underwalden die obgercgten (sw) banditen und meineidig bößwicht von Jnder-lappen, Haßle und ander, die ursach vergangner ufruor und darumb landtrümig sind, in irem land nit ent-halten noch dulden sollend, sonders sy vorus und an verjagen und vertriben und ganz und gar kein ufenthaltnoch underschlonf geben.
„Zum dritten, so sollend vilbemelt schidlüt darob und an sin, daß in dem spruch mit usdruckten wortenvergriffen werde, daß die von Underwalden sich hinfüro der schmutz und schmächworten, dero sy sich bißharmerken lassen, ganz und gar mücßigend und min Herren, ouch die ircn und ir zuogewandten, des gloubenshalb unanzogen, unbekümbert und ungeschmecht lassind, also daß (sy) min Herren und die ircn obbemeldt wederketzer, nüw oder mißglöubig, mundtlich noch geschriftlich scheltend noch der glichen schmützwortcn wider sy us-gießend, sonders min Herren und die iren obberüert des gloubens halb rüewig lassind, als min Herren hinwidernmb ouch thuon wellend. Dann wo die von Underwalden oder jemand von irtwcgen wider obberüertcartikel reden, thuon oder handlen wurde, über kurz oder lang, wenig oder vil, mit Worten oder werken, alldannso soll an dem vertrag und beredtem friden nüt sin, sonders wellen min Herren inen das recht umb den houbt-handel und anders lnter vorbehalten haben.
„Es ist aber hicby zuo verstau, wo sondrig Personen von Underwalden wider diß artikel thuon oder reden,so sollen die selben gestraft werden, daß man gespüren und stehen möge, daß solichs der obcrkeit und crbcrkeitmißfellig und leid syge.
„Zuo letst, berüerend deu ufgeloffnen kosten, wellen min Herren den schidlütcn vertruwen, darumb ußze-sprechen. Actum rviist Martij Anno zc. rrir°."
Stattschryber zuo Bern.
2) Laut des Bcrner Rathsbuchcs wurde obiger Bescheid von den Schiedboteu herzlich verdankt. AuZürich erließ dann Bern ein Schreiben, das den gefaßten Entschluß begründete. Rath-bu-h sse, p. ios.