«8 März 1529.
Eidgnossen von Underwaldcn von sölichs kostens wegen unersuocht und der von unser der schidlütm vilfaltigenmüe und arbeit wegen hin, tod und ab sin söll.
„Harns so ist unser der vorgenannten schidlüten und früntlichen undertädingern Meinung, lütrung, spruchund entscheid, daß hiemit diser span, nnivill, zwytracht, irrung, fccht, fyendschaft und Widerwärtigkeit, und wassich zwüschend den vorgemeltcn beden Orten Bern und Underwalden, ouch den iren und iren zuogewandten indisem Handel und span erwachsen, ufgeloufen, begeben und zuogetragen hat, ganz und gar usgelöschen, hin, todund ab syu und zuo beder syt fürohin als bishar in guotcr fründschaft und nachpurschaft, als dann frommenEidgnossen ze tnond gebärt, blyben und leben, und bsunder so sol dwedrer teil solchen Handel dem andern inargein oder bösem nit ufheben noch fürziehen; dann diser Handel und span keinem teile an sine» eeren und glimpfgar und gänzlich keinen schaden oder Nachteil gebären noch bringen sol in kein wys. Es sond ouch die vor-genannten unser lieb Eidgnossen von Underwaldcn die vorgenannten u. E. von Bern für fromm lieb Eidgnossenhaben; desglychen und hinwidernm so sond dieselben u. E. von Bern die gedachten u. E. von Underwaldcnouch für fromm Eidgnossen achten und haben und einandern alles das tuon und bewysen, das dann frommenEidgnossen ze tuonde zuoghört und gebärt.
„Und als wir die vorgenannten schidlüt und früntlich undertädinger solch obgemelt artikel, mittel undberednnß beder obgemelter Orten Bern und Underwalden ratsbotten und anwältcn erscheint und von wort zuowort verlesen ließend, Hand sy die für ir Herren und obern also ze halten und dem stracks ze geleben und nach-zekumen dankbarlichen angnan, ufrecht, erberlich, getrüwlich und ungefarlich." . . . (Aufzählung der Siegler zc.)
St. A. Zürich: A. Bern (Fragment).
Einen vollständigen und leidlich correctcn Abdruck gibt das „Archiv für schwciz. Rcformntionsgeschichte",II. 134, 135. Die Originalausfertignngen mögen frühzeitig vernichtet worden sein, was sich aus den folgendenVerhandlungen erklären läßt.
42.
Einsicdeln. 1539, 12. März (Freitag nach Lätare).
TtaatSarchlv Bern: Kirchliche Angelegenheiten. Staatsarchiv Zürich: Acten Schwyz.
»T. Dritte Rechtsderhandlung zwischen Zürich und Schwyz betreffend Diebvld don Geroldseck, resp. dieAbtei Einsiedeln.
Gesandte: Zürich. Niklans Setzstab; Hans Schweizer, als Znsätzcr; M. Kanibli; M. (Rudolf) Thuinisen,als Nathgeber; Gebhard Krütli, als Redner; Unterschreiber (Burkhard Wirz) als (Partei-) Schreiber*).Schwyz. Paulus Kerngerter, Pannermeistcr, und (Vogt) Hans Merz, als Znsätzer; Amman» (Heinrich)Reding; Vogt (Joseph) Amberg (als Redner?).
In. Klage der Anwälte von Schwyz. (1.) Wörtliche Wiederholung der früher (16. Juli 1528)eingelegten Klagschrift. (2.) Nach deren Verhörung bringen sie weiter vor: Weil der von Geroldseck mittler-weile, ungeachtet der Mahnung an Zürich, denselben stillzustelleu, mit dem Verkauf von Korn und Haber, dasdem Gotteshaus gehört habe, fortgefahren, was den Bünden zuwider sei, so begehren sie etliche Artikel aus
*) Die Namen der Zürcher Boten ans dem Rathsbuch k. 274 b. (Montag vor Lätare).