Januar 1529.
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lassen. 2. Ferner wird berichtet, der Kaiser und der König von Frankreich seien in steten Unterhandlungenüber einen Frieden; König Ferdinand und alle seine Regiinente haben deschalb an den Kaiser dringendgeschrieben, und wenn die altgläubigen Orte mit König Ferdinand und andern Fürsten einen Vertrag zurAufrcchthaltung des alten Glanbens eingehen und hernach den Kaiser und den König zur Abschließung einesFriedens aufmuntern würden, sa würde der Kaiser dies gnädig aufnehmen, und jedenfalls der Frieden wesentlichbefördert werden; wenn dann, wie man erwartet, ein Friede zu Stande käme, so hätten die V Orte mehrHalt im Rücken, nämlich an Mailand, das dem Kaiser bleiben würde; denn was mit König Ferdinand abge-schlossen wäre, würde auch seinen Bruder, den Kaiser, binden; zudem würden der Herzog bon Lothringen, derHerzog von Sadoyen, der Pfalzgraf und andere namhafte Fürsten und Herren deutscher Nation darin begriffen.3. Lueern nun habe dieses Anerbieten nicht ausschlagen können, weil Zürich und Bern sich offenbar immermehr verstärken, nicht allein innert, sondern auch außerhalb der Eidgenossenschaft; weil sie ferner im Thurgau,Rheiuthal :c. immer mehr Anhang gewinnen, und zu besorgen sei, daß man endlich ganz „umhagct" würdeund thnn müßte, was Jene wollen. 4. Da König Ferdinand begehrt, daß die V altgläubigen Orte ihreBoten zu ihm nach Innsbruck oder Feldkirch senden, damit sie mit seinen Verordneten darüber unterhandelnkönnten, einige Orte aber von der ganzen Sache nichts gewußt haben, so wird dies in den Abschied genommen,um nächsten Freitag (22. Januar) zu Lucern darüber Antwort zu geben, in der bestimmten Erwartung, eswerde kein Ort abschlagen, einmal eine Botschaft zu schicken, um zu hören, was an der Sache sei, indem jadadurch Niemand gebunden würde; auch wird in Betracht gezogen, daß durch einen solchen Vertrag Frankreichnicht nur nicht beeinträchtigt werde, sondern um so eher zu einem Frieden gelange. 5. Dainit aber diese Sachenicht öffentlich werde, soll sie einstweilen nicht vor die Gemeinden gebracht, sondern in den Röthen geheimgehalten werden, bis man gewiß ist, daß etwas daraus wird. I». 1. Der Castellan von Musso schreibt aufdiesen Tag, wie die Graubündner seinen ehelichen Bruder, der mit einigen Edelleutcn auf dem Weg nachInnsbruck gewesen, des Nachts überfallen, den Hauptmann Dietegen, der auch dabei gewesen, gefangen genommen,und was sie weiter mit dieser Gesellschaft gehandelt haben; die Eidgenossen mögen es also nicht übel nehmen,wenn er vielleicht mit Krieg oder anderswie gegen die Bünde handeln werde. 2. Weil die Sache weitläufigeFolgen haben kann, so ist dies heimzubringen und auf dein nächsten Tag Antwort zu geben, was man thun,und namentlich, ob man eine Botschaft hinaufschickcn will. Es wird dem Castellan (vorläufig?) geschrieben, wiejeder Bote weiß. e. Schwyz macht die Anzeige, daß es Willens sei, eine Botschaft nach Bern zu senden, undbittet, daß die andern Orte dasselbe thun möchten; da jedoch die vier Orte sich vorgenommen haben, Niemandenzu schicken, wenn Bern auf den Abschied von Baden nicht schriftlich antworte, so wird Schwyz ersucht, seineBoten auch daheim zu behalten.
«R. 1529, 18. Januar (Montag nach Antonii). Lnccrn an Ireiburg. 1. Seit den, letzten Schreibenbetreffend das Burg- und Landrecht mit Wallis habe man sich mit den gestern hier versammelt gewesenenBoten der vier übrigen Orte über das Ansuchen Freiburgs besprochen und einhellig gefunden, daß es denHerren lieb und gefällig sei, dasselbe in die neuen Artikel einzuschließen. Weil aber die Walliser davon nochuichts wissen, und man auch ihre bezügliche Meinung nicht kenne, so zeige man dies Frciburg an, damit essich (selbst) bei denselben um die Aufnahme bewerben könne; wenn dann die Sache wieder zu Tagen gebrachtund weiter verhandelt werde, wolle man sich bei ihnen auch diesseits verwenden. 2. „Wyter, lieben Eidgnosscn,so sind die obgenannten Ort und wir in etwas fürnemen und Handlung, sofer die fach für sich gat, werdenwir üch aller Handlung berichten und tich darumb ansuochen, damit ir ouch in der sack) vergriffen und beschlossen
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