Januar 1529.
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Zu 1. Es ist nur folgender Act vorhanden:
1529, 18. Januar (Montag vor Sebastiani). Die neugläubigen Glarner an Freiburg (und andere Orte).„Unser friintlich willig dienst, ?c. w. Uewer, ouch anderer unser lieben Eidgnossen der sechs Orten Kotten schritten,uns ab nächst gehaltnem tag zuo Baden zuokomcn, Hand wir nach allem Inhalt verstanden. Ist nit an(e), wirhätten uns solichs schribens und crmanens unscrs tcil(s) nüt vcrscchen; dann es zuo Vereinbarung unsers spansnüt dienen null. Nachdem aber in obgemeltcm schriben anzöigt wirt, daß wir wider die zuosagung, W den sibenund fünf Orten gcthon, gehandlet, deß wir weder fuog, macht, gcwnlt noch recht haben noch fürohin haben füllen,und uns deßhalb ermanend in gemcind, gemeinlich und sunderlich nach Inhalt der geschwornen pündcn, und sohoch ir uns ze mancn haben, gemanen können und mögent, daß wir by den autwurten, so üch ein ganze lands-gmeind geben, blibcu, denen glcbcn und statt tuon und darwider nüt handle» wollen; ob wir aber das nüt zetuon vermeinten, erfordrent ir uns nach altem brnch zum rechten, daß wir üch deß nach inhalt der pündcn gestatten.Trüwcn lieben Eidgnossen, wir spen des rechten nach lut der pündcn und allein brnch nie nieman vorgsin, wollenuns deß gegen üch ouch nit ividren, wo ir sunst davon güctlich nüt stoil wollen; es langt aber an üch... unserfrüntlich ernstlich pitt und höchst begercn, ir wölken von (dem) fürgenomnen rechten stan und uns güetlich (deß)erlassen; dann unser span darmit verlengert wurd. Wo es aber güetlich je nüt sin möcht, deß wir uns doch nütversechent, wurden wir bewegt und geursachet, üch und ander unser lieben Eidgnossen ze manen der zuosagung,so uns der mißbrüchen halben gethon, uns die helfen uszerüten, ist aber nüt beschechcn; dann uns Zwyfelt nüt,wo die mißbrüch abgethon, unser span Hütt so lang nüt gwärt; dann wir schätzen und achten alles mißbruchsin, so dem göttlichen wort zuo Nachteil ufgesetzt und brucht ist; deßhalb wir vermeinen, mit dem, so wir bisharghandlet, die rechten alten cristenlichen brüch niendert geschmächt, snndcrs vilmcr hoch prisen haben, nnd das mitgöttlicher gschrift; dann ungezwyfclt kein elter, cristenlicher, unbctrüglicher und warer bruch, satzungen noch ord-nungen sind, dann die Cristus selbs giert und demnach sinen Helgen zwölf polten und jünger» ze predigenbefolchen hat; vermeinten wol, alle andre brüch, die schon cristenlich gncmpt und aber uncristcnlich sind, söltenvon den rechten obgemelten brächen gsündert werden. Wir truwen ouch, was wir joch des gloubens halben bisharghandlet (und) fürter handle» werden, unser pünd damit nüt gcschwächert, snndcrs wie frommen Eidgnossen zimpt,ghalten und fürt(er)hin halten wöllen. Ir tragen ouch ungezwpfclt gnot wüsten, daß ir und ander Eidgnossen uns domalsvor unser gmeind verhießen, kein krieg anzuofnchcn, sunder die pünd trülich ze halten; wie das an etliche» Ortengehalten, geben wir üch ze ermessen. Gricht und rat ze halten wäre unsers teils ze manen nüt not gsin; dannwir es nie abgeschlagen, sunders zuo hatten allwcgen begert, nnd aber uns von unserm gegenteil verspcrt; dochsol es, ob gott will, ane witern Verzug widrumb usgericht werden. Daß wir aber nützit, was den glauben berüert,handlen sötten, wäre unsers dunkens unsers lands frpheiten ein Nachteil, so wir nüt alles, das uns not, snndcrswas andren gefellig, handien sollten, dwil wir doch eben als wol ein erlich Ort der Eidgnossen als ein andersund für uns selbs eben als vil als ein anders ze handlen gmalt Hand. Harumb, t. l. E., wollen dennocht gstaltder fachen und billichcit anscchcn und uns solichs rechtens früntlich erlassen, so wirt ob gott will unser span zemittler zit in der güetikcit zertragen, und wir mit üch handlen alles das not und gemeiner Eidgnoschaft lob,nutz und cer sin wirt. Das wollen nur zuo guotcm nimmer vergesseil und umb üch allzit haben ze gedienen."Unterzeichnet „Von uns den lantlüten zuo Glarus, so dem göttlichen wort anhangen."
K. A. Freibmg: A. Glarus.
Wie nach Abgang dieser Antwort eine gütliche Verständigung der Glarner Glaubenspartcien eingeleitet nndbald auch erreicht wurde, erzählt Val. Tschndi 's Chronik, Archiv IX. 370, 380, 381.