Januar 1529.
7. „Darumb, lieben Eidgnosscn die sandtbotten, uß sölicher unser waren antwurt und erklärung der geschicht,wie es ergangen, mögen ir und ein jeder vernünftiger wol ermessen, daß unser Eidgnosscn von Bern uns un-billichcr wys beschuldiget, daß wir wider unser cid und die gcschwornen pünd den krieg, nnabgesagts friedcns,angehebt und gehandelt w.; dann ivir kein krieg angefangen, inen weder schwach noch schand znogestattet, sundcrhaben si sich selbs in kosten gfüert. Wir zügcn das an gott, daß in unser sinn und gmüet nie kommen, einloplichc statt Bern noch ir statt, land und lüt zuo nüti zuo machen; si tuond uns damit gwalt und unrecht; janoch vil minder, daß durch uns ein loplichc Eidgnoschaft zerstört sölt werden; davor bchüct si und unsgott cwenklich. Gott welle aber ein Eidgnoschaft behüeten, daß durch dero von Bern und ander ir mithaftcnfürntinen und unbillig Handel, damit si umgand, ein loplich Eidgnoschaft nit zertrennt und zuo nüti gemachtwcrd, als übel zno besorgen ist.
8. „Wir verhoffen und vermeinen onch, wir sycn als guot, fromm, redlich und crlich zuo einem Ort derEidgnoschaft als die von Bern; wir Habens onch nie mit keinen uneeren und bösen taten und händlen beschnldet,daß man zno tagen nit by uns sitzen, oder daß man die pnndtsbrief von uns erfordern sölle, und daß wirunfern teil der Herrschaften und vogtien verwürkt und verloren sollen haben. Wann es also zno sölte gan, daßdie von Bern klcger und richtcr wölten sin, so wurden sy keins verlieren; es stüendc darnf, es wurde unsund andren gan, wie es den wirdigcn gottshüsern und stiften in ircm gebiet gangen ist, da si (an) etlichenorten geschnitten und gnommcn, da si nüt gesät, bnwen noch hingeben Hand. Gott, ein gerechter richter, derweiß, was recht sy darzuo Hand, der wirt zuo sincr zyt darüber richten. Was Helten iren und unser vordrender pündten bedürfen, da gar luter in begriffen, wölichcr teil zuospruch zno dem andren habe, wie darum gewichtwerden soll.
9. „Wir haben bishar nüt anders gehandlet, dann was einem erlichen Ort der Eidgnoschaft und wasfrommen Eidgnosscn zuostat. Wir sind onch dhciner uneeren noch böser taten und Händel mit keinem rechtennie angezogen noch überwunden wtirden; warum wölten nur dann uf ein unbcgründtc nichtige klag und ver-meinen des klcgers von unfern eercn und gnot, von unser gweer und besitzung und altem harkommen und rechtentsetzt werden. Und uns zwyflet (nit?), wo die von Bern bedächten und ermäßen, was sy jetz ein zyt har be-gangen und gehandlet, da(von) wir ctlichs erzelten, nämlich wie sy ir potschaft sainpt unser Eidgnosscn vonZürich potten zuo unfern (Eidgnosscn) von Glaris geschickt und der partig, so uf dein nüwen mißglouben ist,gesagt, sy füllen redlich beharren, si wollen lib und gnot zuo inen setzen. Item dcsglich ir potschaft mit sainptder von Zürich potschaft zu denen von Doggenburg geschickt, sy in irem fürnemcn und nüwen glauben gestärktmed inen zuogcseit, lib und guot zuo inen ze setzen ze. Item dem amman Vogler ine Rieetal, da doch die von Bernnüt zwingen (zu regieren?) Hand, ein abscheid und gesehenst znogeschickt, darin Zürich und Bern nndcrschribcnstat, wölcher abscheid old geschrift vermag, (daß) der amman Vogler ine Rintal sagen soll, evölichc eis dem nüwengloubcn beharren, die wollen sy, die zwei Ort, in bürgerlichen schirm annemcn*). Item daß si die von Costcnzwider vermög der crbcinnng, so das Hees Ocstcrrich w. zuo gcneeiner Eidgnoschaft hat, zuo burger angnommen,darzuo die von Gienf >lnd Losen, evidcr die püntnuß, so wir Eidgnosscn neit dem Herzogen von Savoy Hand,zuo burgcr angnomneen, darns, als zuo besorgen, gemeiner Eidgnoschaft mit der zyt groß nnruoiv und tödtlichkrieg uf den hals fallen mag. Item über daß zno tagen der Eidgnosscn bottcn mit der von Bern pottengercdt von wegen des gottshns Erlach in der grafschafi Iiüwcnbnrg, daß sy (nüt?) damit handle» füllen, undinen daby recht bottcn und fürgcschlagcn er., das unangesechcn iveiß menklich, was sy darüber im gottshnsgchandlct und gnommcn Hand.
„Item wie sy, (da?) noch nit zwei jar verschincn, der siben Orten potten, so nf Pfingstmentag by inenzno Bern gsin, antwurt und darum jedem potten ein geschrift geben, daß sy by dem alten glauben blibcn ?c.,lut derselben geschrift, so wir onch eine Hand, und zuo mer krcften, wiewol das an sy nit erfordert und begert,
^) Vergleiche Abschied 1528, 3. September, Art. s mit der Note (Bd. IV. 1a, S. 1388, 1391).