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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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910 Neuzeit bis zur Auflösung des Reiches.

mit einer bestimmten Kreisverfassung unternommen (S. 863). Was in-folge seines frühen Todes nicht zur Ausführung gekommen war, wurdedurch die Reformgesetzgebung unter Maximilian I wieder aufgenommenund unter Karl V zum Abschluß gebracht. Die Regimentsordnung von1500 teilte das Reich in sechs Kreise oder Provinzen, ließ aber die kaiser-lichen Erb- und die kurfürstlichen Lande noch uneingekreist. Diese wurden1512 in Gestalt von vier neuen Kreisen hinzugefügt, nur Böhmen (mitMähren und Schlesien) blieb außerhalb der Kreisordnung. Durch die WormserOrdnung von 1521 erfolgte eine bessere Abrundung der zehn Kreise, indemjeder der vier neuen um einige Gebiete der sechs alten Kreise vergrößertwurde. Die Kreiseinteilung von 1521 hat sich im wesentlichen bis 1803erhalten 1 .

Die Kreise hatten ursprünglich nur die Bestimmung, als Wahlbezirkefür die Besetzung des Reichsregiments zu dienen. Die 1495 auf dem Reichstaggescheiterte Einsetzung eines Reichsrates kam, nachdem der Druck der aus-wärtigen Verhältnisse den Widerstand Maximilians gebrochen hatte, 1500

1 N. Samml. 2, 58. 138. 211ff. Zeumer 2 Nr. 177. 182. Vgl. unsere Karte,Tafel III. Zu jedem der zehn Kreise gehörte eine größere oder geringere Zahl vonPrälaten, Grafen und Herren, im übrigen war die ursprüngliche Kreiseinteilungfolgende. 1. Der österreichische Kreis: das Erzherzogtum, Innerösterreich(Steiermark, Kärnten, Krain, Friaul mit Triest), Oberösterreich (Tirol), Vorder-österreich (die Landgrafschaften im Elsaß und Breisgau, Vorarlberg, Schwäbisch-Österreich), die Hochstifter Trient und Brixen, später auch Chur. 2. Der bur-gundische Kreis: Freigrafschaft, Luxemburg, Niederlande. 3. Der kurrheini-sche Kreis: Kurmainz (nebst Erfurt und Eichsfeld), Kurtrier, Kurköln (nebstHerzogtum Westfalen), Kurpfalz, Aremberg. 4. Der obersächsische Kreis:Kursachsen, Kurbrandenburg, die Hochstifter Meißen, Merseburg, Naumburg,Brandenburg, Havelberg, Lebus, die thüringisch-sächsischen Herzogtümer, Pommern,Anhalt, Schwarzburg, Reuß. 5. Der fränkische Kreis: Hochstifter Bamberg,Würzburg und Eichstädt, Burggrafschaft Nürnberg (Fürstentum Onolzhach oderAnsbach, Fürstentum Kulmbach oder Baireuth), Hoch- und Deutschmeister, fünfStädte (darunter Nürnberg). 6. Der bairische Kreis: Baiern, Erzstift Salzburg,die Hochstifter Passau, Freising und Regensburg, Propstei Berchtesgaden, Fürsten-tum Neuburg, Landgrafschaft Leuchtenberg, freie Stadt Regensburg. 7. Derschwäbische Kreis: Hochstifter Augsburg, Konstanz und Chur (später zumösterreichischen Kreise), Abteien Kempten, St. Gallen, Reichenau, Ellwangen,Herzogtum Württemberg, Markgrafschaft Baden, 35 Städte (darunter Augsburg).8. Der oberrheinische Kreis: Hochstifter Basel, Besancon, Genf, Lausanne,Sitten, Metz, Toul, Verdun, Straßburg, Speier, Worms, Fulda, Herzogtum Savoyen,Lothringen, Pfalz-Zweibrücken, Nassau-Saarbrücken, Nassau-Weilburg, Waldeck,Landgrafschaft Hessen, 24 Städte (darunter Basel, Mülhausen, Straßburg, Metz,Toul, Verdun, Frankfurt, Speier, Worms, Wetzlar). 9. Der niederrheinisch-westfälische Kreis: Hochstifter Paderborn, Lüttich, Utrecht, Münster, Osna-brück, Minden, Verden, Stifter Essen, Werden, Echternach, Stablo, Cornelimünster,Herford, Corvey, Herzogtümer Jülich, Cleve, Berg, Mark, Geldern, Nassau-Diez,Ostfriesland, Oldenburg, Pyrmont, Lippe, 13 Städte (darunter Köln, Aachen, Dort-mund). 10. Der niedersächsische Kreis: Erzstifter Magdeburg und Bremen,Hochstifter Hildesheim, Halberstadt, Lübeck, Ratzeburg, Schwerin, HerzogtümerBraunschweig, Sachscn-Laucnburg, Mecklenburg, Holstein, die Städte Lübeck,Hamburg, Bremen, Goslar, Mülhausen, Nordhausen.