830 Mittelalter.
flamandes du 15 e au 17 e siecle 1897. Emil Stutz Strafr. von Stadt u. Amt Zu(1352—1798), Bern. Diss. 1917. Techen Das StrandreeLt an der mecklenb KüsteHans. G.-Bl. 12, 271 ff. Telting, Themis 16, Stück 1. 1869. Titze Notstands-'rechte, Leipz. Diss. 1897 S. 42ff. Verdene La torture, les supplices et lea Peinescorporelies, infamantes et afflictives dans la justice allemande 1906. v. WächterBeitr. z. deutsch. G. 1845; Beil. z. Vorles. üb. deutsch. Strafr. 1877. Waitz 6 2546—616. v. Wallenrodt Injurienklage auf Abbitte, Widerruf u. Ehrenerklärung'ZRG. 3, 238ff. Warnkönig Flandr. RG. 3, 1 S. 151-263. Weinhold DeutscheEried- u. Freistätten, Kiel. Progr. 1864. Weitzel Diebstahl u. Frevel in alemRechtsqu. d. MA., Diss. Leipz. 1909. Willmann Strafgerichtsbark. i. Freiburgbis 1520, 1917, ZVkEreib. 33; Freiburger Malefizordnung 15. Jh. u. Heimliche Räteebd. 1915. Die Hauptbeweismittel im Strafverfahren der Stadt Freiburg i. Br.von ihrer Gründung 1120 bis zur Einführung des neuen Stadtrechts 1520, ArchStrR.65 (1918), 484ff. v. Zallinger Kampf um den Landfrieden in Deutschi., MJÖG.Erg. 4, 443ff. Zechbauer Das ma. StrR. Siziliens 1908, Zöpfl Das alte Barn-berger R. 104ff., RG. § 130.
Die durch die karolingische Reichsgesetzgebung angebahnte Aus-bildung eines öffentlichen Strafrechts hatte unter dem Einfluß der Land-friedensgesetze und Landfriedenseinungen erhebliche Fortschritte gemacht 1 .Zwar galt auch im Mittelalter bei den meisten Straffällen noch der alte Satz„Wo kein Kläger ist, da ist kein Richter", aber das Rügeverfahren vonAmts wegen hatte doch auch im Gebiet des weltlichen Rechts eine ungleichgrößere Verbreitung als in der vorigen Periode gewonnen 2 . Das Wergeid-system hatte nur in den friesischen und niederländischen Rechten seinealte Bedeutung bewahrt; im Sachsenspiegel und Schwabenspiegel erscheintes bereits wie eine halbe Antiquität 3 . Seine Anwendung beschränkte sichim wesentlichen auf die Fälle unabsichtlicher Tötung und Tötung in Not-wehr, aber auch in diesen Fällen kam es meistens zu freien Sühneverhand-lungen, durch die das gesetzliche Wergeid endlich ganz beseitigt wurde 4 .Alle anderen Tötungen unterlagen peinlicher Strafe.
Das mittelalterliche Strafrecht 4 a war, abgesehen von der völligen Preis-
1 Vgl. S. 712ff. 733ff. v. Gierke Genossensch.-R. 1, 501 ff. His Strafr.d. MA. 1, 2ff.
2 Vgl. S. 413 f. 628 ff. 634. Ssp. I 2 § 4. III 86 § 1. 91 § 1. Schwsp. L. 170c.Kennemerreeht v. 1292, v. d. Bergh Oork.-B. 2, 375. Bei Totschlag erschien derTote selbst als die klagende Partei, der Kläger nur als sein Vertreter, so daß auchseine Vertretung von Amts wegen möglich war. Vgl. Brunner Fortleben des Toten(§ 61 n. 203) 23. Schreuer D. Recht der Toten 1, 370 n. (ZVglRW. 33). ÜberElendenmord s. unten § 63 29a .
3 Vgl. Ssp. III 45. Schwsp. L. 310. His MA. 1, 586ff. über das nieder-ländische und friesische Wergeid Noordewier 296ff. Brunner Sippe u. Wergeid.v. Amira Erbenfolge u. Verwandtschaftsgliederung 153ff. v. Riemsdijk Hetzevendeel leggen na doodslag in Kennemerland en Westfriesland, Verslag. en Mede-deel. d. (Amsterd.) Akad. 3, 1 S. 341 ff. Heck Altfries. Ger.-Verf. 262ff.; Gemein-freie 223ff. His Fries. StrR. 53ff. 226ff. Als Bezeichnung für eine bestimmteBußsumme kommt Wergeid aber noch im 18. Jh. vor.
4 Vgl. His MA. 1, 296ff. Weiske Abh. 83ff. Die Bestimmungen des Ssp.(H 14 § 1. 38. 40 § 1. 65 § 1) kehren zwar größtenteils im Schwsp. wieder, aberunter Beseitigung aller Bezugnahmen auf das Wergeid.
4a Das Wort strafe ist erst seit dem 14. Jh. in jur.Verwendung. His MA. 1,342f.