§51. Städte. 699
„jg an alt germanische Opfergemeinden und damit verbundene Blutsbrüder-schaften oder an kirchliche Einflüsse angeknüpft haben, ist bestritten. DieAnnahme, daß es in manchen Städten anfangs Gesamtgilden gegeben habe,von denen sich die Handwerkerzünfte als Vertreter des Kleingewerbes erstseit dem 13. Jh. abgezweigt hätten, beruht auf einer Verwechselung mitder alten Marktgemeinde (S. 681f.). Die Bildung der Handwerkerzünfte,die seit dem 12. Jh. ans Licht treten, ist auf den das ganze Mittelaltercharakterisierenden Gedanken des Zusammenschlusses im Wege der freienEinung zurückzuführen. Sie sind jedenfalls jünger als die aus dem Kernder freien Bürgerschaft hervorgegangenen Kaufmannsgilden, aber un-abhängig von den letzteren entstanden. Daß die ältesten Verbände dieserArt (Ämter) durch stadtherrliche Marktordnungen begründet seien (Keut-gen), ist nicht anzunehmen. Andererseits wird die vielfach angenommenehofrechtliche Entstehung der Zünfte dadurch widerlegt, daß ihr vornehmsterZweck, die Durchführung des Zunftzwanges 90 , nur durch einen Zusammen-schluß aller Handwerker desselben Gewerbes, mochten sie Freie oder aufdie einzelnen Fronhöfe verteilte Hörige oder Untertanen auswärtiger Herren
es Pays-Bas au moyen-äge 1896 (Universite de Gand, Recueil de Travaux publ. p.1. Fao. de Philos. et Lettres 15). L. v. Maurer a. a. O. 2, 321ff. E. Mayer VG. 1,325ff. v. Möller D. Elendenbruderschaften 1906 (vgl. Krammer ZRG. 42, 410).Neuburg Zunftgerichtsbarkeit u. Zunft-Verf. v. 13.—16. Jh. 1880. Nitzsch Dieliiederd. Genossenschaften, Monatsber. d. Berl. Ak. 1879 S. 4ff.; Niederd. Kauf-gilden, ebd. 1880 S. 370ff.; ZRG. 26, lff.; Niederd. Verkehrseinrichtungen nebender Kaufgilde, ebd. 28, lff. Pappenheim Die altdän. Schutzgilden 1885; Einaltnonveg, Schutzgildestatut 1888; Altnord. Handelsgesellschaften, Z. f. HR. 36,85ff.; ZRG. 31, 183ff. 34, 294ff. Peterka Gewerberecht Böhmens im 14. Jh. 1909(vgl. Koehne, Mitt. a. d. hist. Lit. 39, 161). Recueil de documentsrelatifs äl'histoiredel'industrie drapiere en Flandre, publ. p. Espinas et Pirenne I. 1906. PhilippiHandwerk u. Handel i. deutsch. MA., MJÖG. 25, 112ff. Sander Zur Verständigungüber das mittelalterl. Zunftproblem (Schmoller's JB. 28, 4 S. 343ff.). SchmollerZur G. der deutsch. Kleingewerbe 1870; Schönberg Z. wirtsch. Bedeut. d. deutsch.Zunftw. i. MA. 1868. Seeliger Handwerk u. Hofrecht, HistVjSchr. 1913, 474.W. Sickel, Westd. Z. 15, 168ff. Solmi Associazioni in Italia avanti le origine delcomune 1898. Stieda Entsteh, d. deutsch. Zunftw. 1876. Stoeven Der Gewand-schnitti. d. deutschen Städten des MA. 1915 (Freib. Abh. 59. Vgl. Philippi, DLitZ.1916, 1419). Thimme, Das Kammeramt in Straßburg, Worms u. Trier 1913 (Ereib.Abh. 24; vgl. Molitor ZRG. 47, 570). Werunsky ÖstRG. 13f. 75ff. 291. 353.376. 400ff. Waitz 5 2 , 412ff. Wilda Gildewesen im MA. 1831. Winzer Diedeutsch. Brüderschaften des MA. 1859, ZGO. 3, 150ff. 15, lff. 277ff. 16, 151ff. 327ff.17, 30ff. 18, 12ff. Weiteres bei der Städteliteratur unter Aachen, Augsburg, Basel,Dresden, Freiburg, Hildesheim, Köln, Lübeck, Münster, Stendal, Straßburg, Wien.Von dem großen deutschen Einfluß im Norden berichten Nyrop Haandvserksskiki Danmark. Kogle Aktstykker samt nogle Oplysninger om Handwärksgebrauch undGewohnheit. . . 1903 (vgl. Pappenheim ZRG. 40, 454). Bendixen Tyske Haand-verkere paa norsk Grund i MA. 1911 (Skrifter Vidensk. Kristiania). Quellen: Dan-marks Gilde- og Lavsskraaer fra middelalderen udg. Nyrop 2 Bde. 1895—04.
90 Auf Jahrmärkten fiel der Zunftzwang weg (S. 681). Gegen Bönhasenhatten die Zünfte Pfändungsrecht bei handhafter Tat. Kaufleute durften nurfertige Waren kaufen, keine anfertigen oder anfertigen lassen.