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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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§ 4. Die staatliche Gliederung der Völkerschaften. 19

eu, ags. ä, ce, cew, afrs. ä, e), d. h. Billigkeit (lat. aequum) 1 ". GeschriebenesRecht gab es nicht, alles Recht war Gewohnheitsrecht 17 , das teils in Urteils-sprüchen von Fall zu Fall, teils in abstrakten Urteilen oder Weistümernund in Rechtssprichwörtern zum Ausdruck kam 18 .

§ 4. Die staatliche Gliederung der Völkerschaften.

Waitz l 3 , 20135. Brunner l 2 , 156ff. v. Amira 3 114ff.; v. Sybel 3581.G i e r k e Genossensch. 1, 3945. Thudichum Gau-u. Markverfassung 136. S i c k e 1Freistaat 86ff.; MJÖG. 1881 S. 133; ebd. Erg. 1, 18ff. Landau Territorien 186ff.v. Below Der deutsehe Staat des MA. 1, 135. Müllenhoff 4, 176ff. 280ff. Ge-meiner Verfassung der Zentenen 1855. Erhardt Älteste germanische Staatenbildung1879. Dahn Könige 1, 516. 40f. Baumstark Staatsaltertümer 33054. ArnoldDeutsche Urzeit 31529. Lamprecht Deutsche G. 1, 101 f. 122ff. v. Bethmann-Hollweg Zivilprozeß 1, 75ff. 82f. Munch Nordisch-germ. Völker 126ff. DelbrückPreuß. JBB. 81, 471; G. d. Kriegskunst II, 1 S. 25ff. (vgl. L. Schmidt Hist. VJSchr.7, 66. Erben GGA. 165 S. 924). Hildebrand Recht und Sitte I. 1896. Rach-fahl JBB. Nat.Ök. 74, 197. J. Grimm Grenzaltertümer, Kl. Sehr. 2, 30 (BSB.1843 S. 109ff.). Schlüter a. a. 0. (S. 15). K. Maurer Kr. Übersch. 1, 73;Altn. RG. I. 1, 37ff. 2, 6ff. Sven Tunberg (S. 6), dazu E. Mayer Hist. VJSchr.1913 I S. 54 und Rietschel ZRG. 45, 511. Rietschel Unters, z. G. d. germ.Hundertschaft, ZRG. 41, 342 (hier zitiert nach dem Sonderabdruck, 1907); ZurHundertschaftsfrage, ebd. 43, 193; Die germ. Tausendschaft, ebd. 40, 234.v. Schwerin Die altgerm. Hundertschaft 1907 (Gierke U. 90); Zur Hundertschafts-frage, ZRG. 42, 261; GGA. 1909 S. 782ff. Vollständige Literaturangaben bei denbeiden Letztgenannten.

Bei dauernd angesiedelten Völkern pflegt der Boden, den sie be-wohnen, die Grundlage ihrer staatlichen und rechtlichen Entwicklung ab-zugeben; ihre Verfassung erscheint als Landesverfassung, ihr Recht alsLandrecht. So weit war die Seßhaftigkeit der Germanen noch nicht gediehen.Der einzelne hatte im allgemeinen noch kein Privateigentum an Grundund Boden, und selbst das Volk betrachtete sich nicht als dauernd mitdiesem verbunden, ihm war das Land nur der Schauplatz, auf dem seinerechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen den notwendigen Raumfanden, aber sein Recht war Volksrecht, und die staatliche Gliederungschloß sich durchaus an die des Volkes an. Da aberVolk" undHeer"gleichbedeutende Begriffe waren, so mußte die staatliche Gliederung derdes Heeres entsprechen 1 .

16 Vgl. Kluge u. d. W. Andere Bezeichnungen got. vitöß (ahd. wizzdd, as.witod), nach Amiradas zu Beobachtende"; ferner das ausbillig" (mnd. bildelik),Unbilde" undWeichbild" zu erschließende ahd. *bilida. Vgl. Schmeller Bayer.WB. 2 l,230f. Kluge, s.v.'Weichbild, v. Amira 3 lOf. Wenger Wörter u. Sachen,Kulturhist. Z. 1909 S. 85f.

17 Tacitus Germ. c. 19: plusque ibi boni mores valent quam alibi bonae leges.

18 Vgl. Hillebrand Rechtssprichwörter 1856. Graf u. Dietherr Rechts-sprichwörter 1864. Schröder ZRG. 5, 28ff. Chaisemartin Proverbes et maximesdu droit germanique 1891.

1 Althochdeutsche Glossen übersetzeneuneus" mit folch oder herige.n6zsc.af,kleinere Truppenteile (eunei, turbae minores) mit drupo, thr'upo (vgl. Anm. 20).Ahd. Gl. 1, 74f. 2, 439. 758. Graff 5, 252. Urkundlich: in exercilu Baiouuariorum,

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