denkmäler der verschiedensten Landschaften, ebenso wie der verschiedenartigsten Geistesströmungen inPoesie und Prosa, in künstlerischer Ausschmückung wie in schlichtem Gebrauchsgewand vorzulegen, undso dürfen wir hoffen, durch das Ehren-Denkmal, das sich aus den Blättern unserer Deutschen Schrifttafelnvon selbst für die einen solchen Schatz bewahrende Bibliothek ergibt, am besten den Dank gegen dieMünchener Staatsbibliothek abzustatten, zu dem wir uns aufs tiefste verpflichtet fühlen.
Dankbar gedenken wir auch des anhaltenden Interesses, mit dem der Generaldirektor der StaatsbibliothekHerr Geheimer Rat Dr. Hans Schnorr v. Carolsfeld, und der Vorstand ihrer Handschriften-Abteilung,Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Georg Leidinger, das Entstehen unseres Werkes die langen Jahrehindurch begleitet haben, und der vielfachen kollegialen Hilfeleistungen, deren wir uns bei jeder vorkommendenGelegenheit durch Herrn Direktor Dr. Ernst Freys und Herrn Oberbibliothekar Dr. Otto Hartig zuerfreuen hatten, endlich auch der nachhaltigen Förderung durch die sachliche Kritik berufener Fachgenossendes In- und Auslandes, von denen wir, neben dem verstorbenen Altmeister der Germanistik Hermann Paul,namentlich die Herren Professor Dr. Degering, Direktor der Handschriften-Abteilung an der PreußischenStaatsbibliothek in Berlin, M. Prou in Paris, I. I. A. A. Frantzen in Utrecht, Professor Dr. R. Thommen inBasel und den Nachfolger unseres unvergeßlichen Lehrers Ludwig Traube in München, unseren FreundProfessor Dr. Paul Lehmann, hervorheben zu dürfen glauben.
München und Leipzig, im Sommer 1928.
ERICH PETZETOTTO GLAUNING
Bald nachdem Erich Petzet diese Zeilen geschrieben hatte, ist ihm der Tod als Freund genaht undhat seinen mit stiller Tapferkeit klaglos getragenen Leiden, über die sein starker Geist immer wieder sieg-reich triumphierte, ein Ende gesetzt. Mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit hat er den versprochenenletzten Beitrag zu dem Werke geleistet, dessen Vollendung zu erleben, wie er wohl ahnen mochte, ihmnicht mehr beschieden sein sollte.
Mit ihm ist der letzte des Schwabinger Freundeskreises, Ludwig Traube, Franz Boll, Gustav Herbig,Erich Petzet, denen ich so viel schuldig geworden bin, auch er vor der Zeit, von uns gegangen. Damitist für mich ein langjähriges, ungetrübtes, auf gemeinsame Arbeit und Wahlverwandschaft begründetesFreundschaftsverhältnis zu Ende gegangen, dem ich menschlich und wissenschaftlich gleichviel verdanke.Die mir gleichsam als Vermächtnis zugefallene Fertigstellung der Arbeit hat mir mit aller Stärke nahe-gebracht, wie viel ich an dem Menschen und dem Gelehrten Petzet verloren habe.
Durch allerlei widrige Umstände hat sich die Drucklegung des letzten Bandes länger hinausgezogen.Dem Nachwort Petzets habe ich nur weniges noch hinzuzufügen. Auf die Beigabe von Zusammen-stellungen nach den Mundarten der Texte wie nach dem Alter der Handschriften habe ich verzichtet.Der Versuch hat mir gezeigt, daß in beiden Fällen die Natur der Dinge einer schematischen Aufstellungwiderstrebt, daß man mit ihr dem feinen, verwickelten Tatbestand nicht gerecht zu werden vermag undGefahr läuft, ihn in unzulässiger Weise zu vergröbern.
Das paläographische Verzeichnis ist ein Versuch, zu dem mich die Erfahrungen bei der Benützungähnlicher Tafelwerke angeregt haben. Es will nicht alles enthalten, was in den Erläuterungen erwähntwird, geht zugleich aber in manchem auch wieder darüber hinaus. Anstatt der üblichen alphabetischenAnlage habe ich eine sachliche gewählt, wie sie sich uns selbst bei den Erläuterungen allmählich ergebenhat. Ihre Hauptgruppen sind etwa die folgenden: Schriftarten, Buchstabengruppen, Einzelbuchstaben, Satz-zeichen und Verwandtes, Kürzungen, Ausschmückung, Schreiberbrauch und Beschreibstoff.
Die Druckverbesserungen sollen wieder gut machen, was bei aller bewußten, gewissenhaften Acht-samkeit von uns übersehen worden ist. Hin und wieder ist die Möglichkeit auch Sachberichtigungen zugeben genützt worden, doch hielt ich es im ganzen nicht für richtig, über das noch gemeinsam Be-sprochene hinauszugehen.
Vielen herzlichen Dank habe ich neben den von Petzet schon genannten freundlichen MünchenerHelfern, denen ich noch Herrn Staatsoberbibliothekar Dr. Hartmann hinzufügen möchte, Frau ProfessorDr. Karg-Gasterstädt in Leipzig zu sagen für die aufopferungsvolle Hilfsbereitschaft, mit der sie dieKorrekturbogen nach der germanistischen Seite betreute.
Leipzig, im Januar 1930.
OTTO GLAUNING
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