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Schliesslich ist noch von Johann von Bocholtz, Herrn zu Hove (Generation X.) zu sprechen.Richter von Amheim und Velau. Von ihm berichten die Acten des Archivs von Arnheim, betitelt:
Er
war
Bekenonghe Johans van Boickholt van den Richterampt van Arnheim ind van Velouwen zoom van enen geheeien jaereyndende den lestenMay XVLIII 0 (1553) voor denkayser. Sie enthalten: i'olio 2 die Bestallung des Johann, 10 ) worin der Kaiser Carl V. erklärt:dass er nach Anhörung seiner Räthe und Berathung mit seiner Schwester, der Königin von Ungarn, den Johann von Bocholtz auf dessenAnsuchen, überzeugt von seiner Tüchtigkeit, seiner Treue und seinem Ernste, das Hichteramt der Stadt Arnheim und Veluwen Zoom über-tragen habe, um darin des Kaiser (als Herzog von Geldern) Hoheit und Herrlichkeit zu bewaren, Recht, Wet und'Justitie zu thun undgeschehen zu lassen allen Denjenigen, die von ihm solches bekehren möchten und soweit die Competenz des Richters dazu nöthig, dielandesherrlichen Küren, Brächten und Strafen zu erheben und darüber aufrichtige Rechnung zu legen, unter der Verpflichtung zu schwören,dass er seine Obliegenheiten erfüllen wolle- Gegeben 1552 zu Naemen (Namur.)
Die Rechnung, welche demnächst dem Hofe gelegt ist, hat folgende Randbemerkung: vorgebracht durch Henrich ten liaght,Diener van wylen Johanns van bocholtz 19- April 1554 nach Pasche dem Hofe zu Brüssel überreicht. Aus der Ueberschrift dieserRechnung geht hervor, dass Johann von Bocholtz seinen Amtseid in die Hände des Grafen von Hoochstoten, statt Sr. Majestät ausgeschworenhat, dahin: das Amt wohl und getreu zu bedienen und bewahren, einem jeden Recht und Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die Hoheit,Herrlichkett und Grenzen desselben Amts nach allen seinem Vermögen vertheidigen zu hellen, alle Bruchten und Gefälle einzufordern und zuempfangen und davon jährlich richtige Rechnung zu legen nach der Instruction, welche ihm darüber gegeben werden soll, überhaupt alleszu thun, was ein getreuer Richter thun muss, gegen die Hälfte der Einkünfie.
Die Rechnung verhält sich über die Zeit vom 1. Juni 1552 bis 1. Mai 1553, wobei bemerkt ist, dass von dem Gerichte5 Rechtsbanken resortiren mit folgenden Dürfern und Kirchspielen: 1. Velp, 2. Brummen, 3. Spanckeren, 4. Dierum, 5. Reden, 6. Oester-beeck, 7. Redenchem.
Einnahme besteht: I. Von onuel und kleine broecken: A. zu Velp 1. zwei Personen die mit einander gefochten und sich ver-wundet haben, jeder verurtheilt zu 4 Herrn Pfund zu 15 St- = 6 L.") 2. Goesen Ingen, der den alten Pasman mit dem Hössel (Stiel) einesBeils geschlagen und in den Graben geworfen hat, 3 Pfund- 3. Joerdan van Hüls, der Johann Rutten, als dieser Plaggen mähte, mit einemopteecker beanxt hat, 3 Pfd. B- zu Brummen: mehrere, die mit einander gefochten haben, so wie verschiedene, die den Glockenschlagversäumt haben, jeder 4 Herrn Pfund- C. zu Reiden ähnliches- D. zu Oesterbeck und Redinchem nichts.
2-Empfang von criminellen Bruchten. A. zu Velp: Wan dat een LambertSmyt, soe die selue diflamirt ind beruchtiget worden,soe die selue twee gesustern bevrucht ind mit kynde gemaect hebben, ind die selue Lambert dan sich selffs bekennen, heeft verclaert, woedathet eyne noch geschiet, were noch synde buyten den echten staet, ind dander na doide zyner huysfrow dwelcke olde moye gewestwäre van dess tween gesusteren, ind soe hy disse personen by auendt in zyn khaemer befonden heeft slaepende, ind der tyt hy waelbeschenckt zynde heeft hem die natuer auerwonnen ind by der maecht gaen liggen ind is bevrucht geworden ind wan hem die feit hertelichleet is ind des een grot myshaegen heeft als schynt, soe is durch instantie van goeden Luyden disses delinquantz Olderdom ind goede famedaer hy das lange to gestaen heeit, deerende van desen Richter begeert, dese zacke niet aen den gerichte anclachtich to maoeken zondermynen heren Cantzeller ind Raeden in der qualiteit als bouen aen to geuen oinb genaede ind omme vorder toe weten wie hy Hichter sichhier inne hebben sal, soe dat myne herren Cantzler ind. Haeden antwyuell die circumstantie zaecken, hebben darop geseyt, dat die Richtervor dese reyse dit sal laten composieren mit twelff daeler doch mit conditien ind op pene, dat wannen dese delinquant ineer by dess oftder gelycken missdaet fonden wordt, dat hy alsdan aepenbaerlyck aen den lyue gestraeit zal worden.
B. zu Brummen: Strafe des Schulteis zu Dieren, dass es dem Clockenslag nicht gefolgt ist, als ein Verbrecher hingerichtetwurde, wobei doch die Unterthan anwesend sein müssten, 13 Thaler. Werner Broickeller, dafür dass er Korn verkauft hat, wovon seinerHausfrau Lutgart koninx die Hälfte gebührte, derselbe, weil er seine Magd mit einem Feuerrohr blond und blau geschlagen und dabei, daseine Hausfrau in dem heiligen Oel in Gottesgewalt lag, die Freiheit gestört hat. Diedrich Buss, weil er eine onrechte pantkeronge gethanhat, 3 Pfund. 5. Andere desgleichen.
Die Ausgaben betragen. 1. Für sechs Tage in Arnheim (5 Carolusgulden oder 5 Pfund 8 Schillieg), wohin er von seinemHause zu Lobbroick auf Befehl des Herzogs zur Besprechung mit Gantzier und Räthen gerufen ist; 2. die Hälfte der Einnahmen als Gehalt;3. für Verzehr: für sich und seine Diener auf jedem einzelnen Gerichtstage (zu Velp 22. November, Brummen 23. November, zu Reden 24.November, Oesterbeck 27. November, Redinchem 28. November) 15 Pfund und 39 Schilling, desgleichen zu Velp 16. Mai, Brummen 17. Mai,Reden 18. Mai, Oosterbeck 22. Mai, Redinchem 23- Mai (diese Ausgaben hat der Hof gestrichen.); 4. an einen Scharfricher von Nymwegeufür die Peinigung eines Verbrechers (des Scharfrichters Blasius von Arnheim) 12 Pfund; 5. einem Geistlichen, dass er dem Verbrecher dieBeichte gehört hat, 2 Kannen Wein und dem Gericht 1 Kanne (das Quart zu 2>/ 3 Stüver); 6. für zwei Mal das Grab zu machen, da derMissethäter widerrufen hatte und zum zweiten Male nach 31 Tage vor das peinigliche Gericht geführt werden musste, an zwei Personen 6Stüver, sowie für den Sarg 12 Stüber, im Ganzen 18 Stüber; 7. für die Mahlzeit, welche nach alter Gewohnheit nach der Hinrichtung desScharfrichters Blasius dem Bürgermeister, Schulteis und Beichtvater gegeben werden musste, 3 Carolusgulden 10 Stüber, und für ein FassBier, welches den Stadtdienern für die Verwahrung des Missethäters nach altem Rechte gebührte, 24 Stüber = 4 Pfd. 14 Stüber; 8. demBeichtvater, dass er dem Missethäter bei der Hinrichtuug assistirt, ihn unterwiesen und eire Memoire für ihn gehalten hat, nach allerGewohnheit 2 Carolusgulden = 2 Pfund; 9. an den Barbier, Meister Johan von Gent, für die Verwundung, die er durch den hingerichtetenScharfrichter Blasius im Gefecht erhalten hat, 6 Carolusgulden; 10. Für die Ernährung eines neugeborenen Kindes, welches in ein Tuchgewickelt auf St. Johanns-Kirchhof in Arnheim ausgesetzt gefunden wurde, per Monat einen'Ryder Gulden zu 23 Stüver- Ausserdem fürdas Kind gekauft 1 Elle Root, 5 / 4 Voerwytz und ein Paar Schuh 19 Stüber; 11. für die Rechnung zu schreiben, zu dubbliren, und für denKaiser in französich zu übersetzen und für 15 Blatt Papier.
Zweite Rechnung über die Zeit von 6 Monat 19 Tage, endigend mit dem 19- Januar 1554: i. Kleine Brüchte von 22 Personenwelche mit einander gefochten haben, von einer Person, welche den Glockenschlag versäumt hat, als ein Verbrecher hingerichtet wurde.Unter den Gefechten ist eins, welches der Küster und der Pastor von Dierum mit einander gehabt haben. 2. Criminelle oder leiblicheBrächten: 1- Henrich Scharpenstein zu Brummen, weil er den Pastor für die Schätzung gepfändet hat, der doch schatzfrei sei; 2. Amt dieHouener zu Reden, weil er Henrich Spaen einen Dieb gescholten und sogar in dessen Haus gedrungen und dort ihm gestohlenes Brod gesuchthat; 3. Johann Dercken, weil er einen auf olTener Strasse mit Fäusten geschlagen und die Kleider vom Leibe gerissen hat. (Die Straffensind nicht angegeben.)
Unter den Ausgaben kommt vor: an die Diener des Richters für Reisen behufs Einforderung der Bruchten, an die Wittwe desRichters für den monatlichen Unterhalt des gefundenen Kindes und für Kleidung des Findlings.
i°) Durchweg ist er darin Broickhollz genannt; die Urkunde der Königin Cunigunde al6 Regentin hat dagegen richtig Boick-holtz. — ") Die Rechnung ist gestellt in Pfund, Schilling und Pfennige, Münze von Artois, jedes Pfund zu 25 „gefaluerde" Stüver,jeder Schilling gleich einem Stüver, jeder Stüver oder Schilling 12 Pfennige.