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8. Römische Niederlassungen. ')
Die römischen Niederlassungen waren die besonderen Förderer der Cultur und Sitte. Ihnen dankennamentlich die Rheinlande ihre, der Zeit und dem Kerne nach das östliche Deutscldand überragende Stellung. Mankann ihren Emfluss dem Lichte vergleichen, dessen Beleuchtungs- und Erwärmungsgrade nach Verhältniss der Entfer-nung vom Brennpunkte abnehmen. Hier ein Verzeichmss solcher Niederlassungen, soweit sie der Gegend, in welcherunsere Geschichte spielt, angehören. Ich habe ihnen auch einige dort liegende, gleichzeitige deutsche Niederlassungenbeigefügt, damit die darüber gesammelten Notizen erhalten bleiben.
Abkürzungen: F.: der Fundort von Alterthümern; die darunter aufgezählten Alterthümer sind römische, wenn nichts anderesgesagt ist. Itin.: Itinierar des Antonin. Peut.: Peutingersche Carte bei Weiser opera fol. M : Minola, kurze Uebersiclit dessen, was sichunter den Römern seit Julius Caesar bis auf die Eroberung Galliens durch die Franken am Rheinstrom Merkwürdiges ereignete. 3. Auflage1833, Köln, 8°. R.: Rein die Stationsorte und Strassen zwischen Colonia Agrippina und Burginatium. Crefeld 1857, 8°. Seh.: Jac. Schnei-der, die Rheinlandschaft von Nymwegen bis Xanten unter der Herrschaft der Römer. Düsseldorf 1860, 8° mit einer Karte. St. Insc: Stei-ner codex incriptionum romanorum Rheni, Darmstadt 1837. 2. Bd. 8°. W.: AValokenaer Geographie anoienne lnstorique et comparee desGaules. Paris 1839, 3 Bde mit Atlas. B. Jahrb.: Bonner Jahrbücher des Vereins von Alterthums-Freunden im Rheinlande. 1843—1860 mitvielen Illustrationen, r. U.: rechtes Ufer des Rheins, wo nichts gesagt ist, ist das linke Ufer des Rheins zu verstehen. Not. imp. Notitiadignitatum imperii. Im Uebrigen ist die Anordnung so, dass bei den Orten, von denen der römische Namen nicht bekannt ist, an denenjedoch römische Denkmale gefunden wurden, unter ihrem jetzigen Namen, die übrigen unter dem römischen Namen aufgenommen sind,dann hierauf nach einem : der jelzige Name, die Quelle, welche den Ort nennt, und nach einem F. die Gegenstände, welche daselbst ge-funden sind, nennt. Die mit * versehenen Ortschaften waren später Dynasten- und adlige Sitze.
Aachen, Aquisgranum F. Ziegel der XXV. Legion. B.Jahrb. VI. 128. Römische Denksteine, darunter auch un.ächte. Ebenda I. 123. Im Jahre 355 civitas aquensisauf einem Denksteine. St. Insc. II. 127.
Abnoba oder Aunoba, Gebirge unter dem 31° der Längeund 49—50 ° der Breite zwischen Rhein und Weser.Ptolomäus II. 2. Nach einer Ära, gefunden zu IVlühlbachim Kinzigthale (St. Insc. I. 54), müsste der Schwarzwaldverslanden werden.
Ad duodeeimum: Yssendorn nach W. Tiel nach Anderen.Peut. zwischen Nymwegen und Leyden.
Ad duodeeimum: Baudrecourt. Peut. zwischen Strasburgund Metz.
Adematunum: Langres. Itin
Ad fines: Fong. Peut. zwischen Reims und Metz.
Ad fines: Fismes. Peut. zwischen Reims und Amiens.
Ad Lullia : St. Pol. Peut. zwischen Amiens und Therouenne.
Albiana: Alphen in Holland nicht bei Xanten. Itin. Peut.zwischen Leyden und Utrecht. Nach Einigen von Alphe-nus, Anführer der Bataver, Tac. bist. 11. 43, nach Anderenvon Clodius Albinus gegründet, der im Jahre 199 Tribungegen die Friesen und später Gegenkaiser war. Von ihmsind Münzen bei Alphen gefunden worden. Staugenfol Ann.
Aldekerk, bei Geldern. Dorf. F. Thongefässe, Ziegel der6. Legion. R. 70.
*Aldenhoven, zwischen Jülich und Aachen. F. RömischeDenkmale. Kommt als Aldenhoven schon im 11. Jahrb.vor, war eine Herrschaft, welche die Schieman besassen.Siehe Fahne Gesch. der köln. Geschlechter Bd. 1. U. 11.
Aliso r U.: Alesum am rechten Rheinufer unterhalb Wesel.Ptolemäus. Wesel selbst kann nicht verstanden sein, dadieser Ort erst nach der Römerherrschaft entstanden ist.
Aliso, von Drusus am Zusammenfluss der Lippe und desElison erbaut. Dio Cassius 54. 35. Vell. Paterculus 11.120. Tac. Ann. IL 1.'. euneta inter Alisonem et Rhenuinnovis limilibus aggeribusque permunita. Von Xanten ausführte eine Römerstrasse über den Rhein, bei Schermbecküber die Lippe, nach Recklinghausen, Castrop, Dortmund,Unna, Soest auf Aliso. Man streitet ob Lisborn bei Lip-stadt oder Elsen resp. Neuhaus der Ort sei, wo Aliso ge-standen hat. Für ersteres sprechen aufgefundene römische
Fundamente; es liegt an der Lise aber nicht an derenZusammenfluss mit ,der Lippe, sondern mehr als 1 Stundedavon entfernt. Dagegen liegt Elsen und Neuhaus an derLippe und Ahne, die man für den Elison hallt. LedeburLand der Bructerer stimmt für Liesborn.
*Alpen (nicht zu verwechseln mit Alphen s. o. Albiana) beiXanten irrig für Castra Ulpia gehalten. F. Ziegel derXXX. Legion. Cabinet Houben. R. 53.
Alta ripa: Altrip, unterhalb Speyer. Not. Imp. Das Rö-iner-Castell liegt jetzt im Rhein.
Alleburg, oberhalb Cöln, nahe bei Rodenkirchen. F. In-schriften. St. Insc. 11. 127. Münzen, Ziegel, Baureste.Im Jahr 355 wurden alle römische feste Plätze am Rheinvon den Deutschen zerstört, es blieben nur stehen: Cob-lenz, Remagen und der Thurin bei Cöln. Amian Marc.XVI. 3. 1. Alteburg kommt in den ältesten Cölner Schreins-urkunden noch als Feste vor.
*Altinum: Ellen. F. Befestigung, Brunnen, Münzen. B. JahrbVlll. 183, IX, 124, X. 64. Seh. 10, 97. Fahne dasfürstliche Stift Ellen. Cöln 8°.
Ainbiatinus vicus. Pliuius beim Suetou sagt: Caligula sei indem Ainbiatino vico oberhalb Cobleuz geboren, wie eindort stehender Altar mit der Inschrift von der Nieder-kunft Agrippinens nachweise. Da nun ungewiss bleibt,ol) Rhein oder Mosel aufwärts gerechnet werden muss,so suchen Einige den Ort in Ems oder Capellcn,Andere in Mayen, Polch, ja sogar in Igel. Ems könntepassiren, siehe Ems, doch stimmen die Meisten für Mayen.
Aiubiahis: Amiens, das jedoch bei Peulmger Sommarobrivaheisst. Itin.
Andelhanae: Nieder Anwen. Itin.
Antonacum, auch Antunacnm: Andernach, hin. Peut. F.Münzen, Denksteine. St. Insc. 11. 55. B. Jahrb. VII. 44,Vlll. 159. Aeussersles Standquartier der unter den Duxvon Mainz gehörigen Truppen und Sitz des Praefectusmilitum Acinsensium. Not. Imp. Später Sitz der franki-schen Könige in Austrasien, deren Pallast am Rhein imunleren Theile der Stadt lag und in Folge Schenkung andie Abtei zu Mahnedy zu tleren Absteigequartier überging.Veuatius Forlunatus (geb. 530) beschreibt den Ort also:Er liegt von Weinbergen umgeben in üppiger Feldflur
l ) Die Bedeutung derselben wird erst dann völlig klar werden, wenn wir für die einzelnen deutschen Landestheile Arbeitenaufweisen können, wie sie Stalin in seiner Geschichte Würtenberge für dieses Land geliefert hat. Er weisst (Bd. I. S. 28—113) alleininnerhalb des Zehntlandes, d. h. vonLimes bis zum reohten Rheinufer, 160 Städte undDörfer nach, welche sich als römische Niederlassungenherausstellen wobei die vielen Thürme, Castelle, Lagerstätten etc. längst des Limes und viele andere römische Befestigungen noch ur.be-rüeksieutigt blieben, von denen viele in Ritterburgen (es werden 11 namhaft gemacht) umgewandelt sind.
Fahuo, Bocholt» I.
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