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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Die Wittwe Margarelha Lui.se v. Kosclikull bat den Churfürsten von Brandenburg', dass er zu Vormündernernenne: I) den .Major Alexander von Medem; 2) dessen Halbbruder, Hauptmann Georg von Koscbkiül; 3) ErnstChristoph von Gohr, Lieutenant. Koschkull suchte 26. Sept. 1693 die Entlassung von der Vormundschaft wegenhohen vVlters nach und bat an seiner Statt um Ernennung des Hauptmanns Friedrich Wilhelm von Buchholtz, Sohnsdes verstorbenen Ernst v. EL der bereits grossjährig und abgefunden sei. Auch JVIedem richtete 28. Juni 1694 wegenhohen Alters an den Churfürsten Friedrich III. sein Gesuch um Entlassung als Vormund ein, wobei er an seineStelle den polnisch-schwedischen Major von Buddenbrock, Herrn zu Bialla, vorschlug. Beiden Gesuchen wurdenachgegeben.

Johann von Buchholtz geb. 1683 f vor 1753. Herr zu Klein-Przellenk im Amte Soldau, PolnischerLieutenant, später Prcussischcr Agent im Amte Soldau, heirathete Anna Barbara Küchenmeister von Sternberg zuGrodtken, 17301752, f 1755, Tochter von Johann Jacob K. v. St. und Katharina von Gotsch zu Grodtken. Sievermacht das Gut Klein-Przellenk dem Fräulein Helene Küchenmeister von Sternberg.

Im Jahre 1706 8. April klagt der Fürst Wisniowiecki in einem Schreiben an Graf Docnhof, Gouverneurdes Districts Memel, über viele Unannehmlichkeiten, welche ihm von dem Stolnick von Buchholtz zu Upita, der imDorfe Sehepoti, Amt Memel, wohne, verursacht würden. Auf den Bericht des Grafen von Brion an den König vonPreusscn:dass dem v. B. nur unter dem Bedinge, sich ruhig und friedlich zu verhalten, die Erlaubniss zumAufenthalte im Amte Memel, wo er sich ein Höfchen gemiethet habe, ertheilt worden sei, dass indessen über ihnvielfache Klagen geführt würden und es zweckmässig sei, ihm die Erlaubniss zum Aufenthalte zu entziehen", verfügteder König 13. November 1706, dem B. zu eröffnen, dass der König ihn nicht länger vor den Oginskyschen Truppendes Fürsten Wisnowiccti schützen werde und ihm überhaupt den Aufenthalt im Amte Memel ferner nicht mehr gestatte.

Am 22. Juni 1708 wurde Christian von Buchholtz, Hauptmann im Grosskronfeldherrn-Regimcnt, durchkaiserliche Verfügung' in das K. K. Kürassier-Regiment des Generalfeldwachtmeisters Fürsten Georg Lubomierskiversetzt; am 20. Mai 1710 erhielt er auf sein Gesuch den Abschied und reiste nach Antwerpen und Amsterdam.

Vom Jahre 1716 ab wohnte Wilhelm Raphael von Buchholtz, Starost zu Ludzen, mehrere Jahre hindurchin Polangcn; er war in Polen, Lithauen, Curland und Danzig begütert, Polnischer und chursächsischer Kammerherr,Johanniterritter und Mitglied des Königlich Polnischen Assessorialgerichts, und hatte 174142 Prozess mit GeorgHechel, Kaufmann in Memel, und 1752 mit dem Schutzjuden Goldschmidt in Danzig. In einem Briefe von 1742bekennt er, zwar Vasall der Krone Polen aber, unter derselben weder angesessen noch -wohnhaft zu sein. Seine Frauhiess Anna Dorothea, Gräfin von Keyserling, Tochter von N., ersten Grafen von Keyserling zu Rautenburg, welche erim April 1746 zu Danzig heirathete. Sie war Wittwe des Russischen Geh. Raths von ßrewern und verheirathetesich später mit August Stanislaus Freiherrn von der Goltz, Starost zu Graudenz, Polnischen Generalmajor, war 1760noch Kinderlos und starb 28. Januar 1800, 84 Jahre alt.

Im Jahre 1750 würden die Buchholtz noch als begütert in Polen und Liefland aufgeführt. 1 ) 1759, 16.Dez. sind Otto, Johann und Heinrich von Buchholtz auf dem Landtage zu Mitau anwesend.

Margaretha Anna von Buchholz, Tochter des Freiherrn Friedrich von Buchholtz, Erbherrn zu Dannenhofund Schwertträgers der Starostei Upita, heirathete den Freiherrn Johann Wilhelm von der Ropp, Polnischen Ober-lieutenant und Starost, Erbherrn zu Pogranitz.

1813 14 war ein Buchholtz Russischer Oberst des Casanschen Dragoner-Regiments und General-Majorheim Ingcrmanlandschen Infanterie-Regiment und etwas später Baron von Buchholtz, Kaiserl. Russischer Staatsrath,Excellenz, Dircctor der Steinschncidc-Fabrik zu Petershof bei Petersburg.

1852 war Ernst v. B. zu Petersburg Kaiser!. Russischer Staabsarzt.

Ich lasse nun fünf Ahnentafeln und zwei Stammtafeln folgen; von ersteren halte ich Nro. 4. und 5.für irrig.

') Ebenda XI. XII. S. 366, 372. Die Bemerkung, welche üupel bei dieser Gelegenheit macht, da« diese Buchholtz mit denrheinischen R ein und dieselbe Familie ausmachten, ist selbstredend irrig.