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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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38. Bocholtz in Curland.

ieses Geschlecht, anfänglich Buchlioltz oder Bucholtz, dann auch Bockholdt und Bocholtz geschrieben, ist inCurland und Preussen ansässig und jetzt der evangelischen Confession zugethan. Es führt als Wappen inSilher einen schwarzen Querbalken, oben von einer schwarzen Merle und zwei schwarzen Ringen und untenvon einem schwarzen Ringe begleitet. Auf dem Helme, der zuweilen gekrönt ist, findet sich zwischen einemschwarzen, offenen Adlerfluge ein wachsendes, weisses Windspiel mit schwarzem Halsbande. Die Besitzungen diesesGeschlechts in Curland heissen: Asweden, Berghof, Birsen, Klein-Bayen, Dannhof, Teegen, Iggen, Klein-Jwanden,Kurmahl-Jwanden, Langschedcn, Klein-Laxhen, Lexten, Marren, Neu-Gargeln, Paddern, Passexten, Tettelmunde,Wirben, Wirpen, Zerrenden. In Preussen: Gradtken, Gross-Gollubien, Kosacken, Klein-Przellenck, Pillupoenen,Suchen. Die Familie war auch eine Zeit in Liefland und Polen ansässig. ')

Das Geschlecht behauptet aus dem Lande Geldern zu stammen. So gaben die Brüder Johann und GeorgeBucholtz bei der am 17. October 1620 zu Mitau zum ersten Male gehaltenen Ritterbank an: dass sie notorisch zumcurländischen Adel gehören, ihre Vorfahren hätten schon lange im Lande gewohnt und adelige Güter besessen undseien aus Geldern entsprossen. 2 ) Die Ahnen, welche beide offenlegten, sind: vom Vater, Bucholtz, von der Schellen,Schettern, X. N.; von der Mutter: Lambsdorff, Schettern, von der Recke, Düren. Johann v. B. war Bankrichter 3 )bei dieser Ritterbank mit noch 17 Andern und war neben 93 Genossen allein nur im Stande, den Beweis seinesalten Adels zu führen. *) Er wurde deshalb in die I. Klasse gesetzt, d. h. unter diejenigen, welche sich notorisch undmittelst Urkunden als zum curländischen Adel gehörig ausgewiesen und dabei ihre Adel durch Offenlegung ihrerAhnen nachgewiesen haben. Diese Adels- und Ahnenprobe haben die Bucholtz noch zweimal bis zum Schluss derRitterbank (20 Juli 1634) wiederholt.

Von einer Abstammung dieser Bucholtz aus dem Geldrischen habe ich in den hiesigen Archiven nicht diegeringste Spur gefunden; möglich ist, dass sie mit den Honnepel genannt Impel einen gemeinsamen Stamm haben,denn sie fuhren ein, diesen ähnliches Wappen, welches nur um die drei Ringe, vielleicht zur Unterscheidung derLinie, vermehrt ist.

In Curland und Polen kommen folgende Personen von ihnen vor.

Gegen 1480 lebte Marie von Bucholtz, Ehefrau des Hermann von Doenhof zu Schoenhove 5 ) und umdieselbe Zeit Sophie von Buchholz, Ehefrau des Kersten von Rintorff zu Tlissow und Wollenrade.

1599 bei der Revision wird George v. B. "als nobilis antiquae familiae genuinus livo aufgeführt undbegütert im Schwaneburgischen. 6 )

Nach der curländischen Kriegsmatrikel mussten die Buchlioltz 1603 zum adligen Rossdienste drei Pferdestellen.') Am 20. Mai 1603 schrieb der Hofmeister, Burggraf und Canzlcr von Rappe an den Burggrafen vonHasenporth, Johann von Buchlioltz, den Mannrichter Christoph von Korff und Otto von Sacken zu Elkescn wegen

') Hupeis neue nordische Jliscellannen. Riga 1796, Xr XIII., XIV., S. 15.

2) Ebenda, S. 127. '

S) Ebenda, IX., X. S. 24,, 28, 35, 73.

*) Hupel 1. c. XIII., XIV. S. 15.

5 ) Fahne, Geschichte der Westphälisohen Gesohlechter, Köln 1858, folio, S. 127.

") Ebenda, XXII., XXIII., S. Ui.

7 ) Ebenda, Stück XIII., XIV. Hupel führt bei dieser Gelegenheit an, dass auch die beiden Lübecksehen Bischöfe ausdiesem Geschlecht Buchholtz entsprossen seien; ich habe oben nachgewiesen, wie irrig diese Angabe ist.