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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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1. räfffiwochold, Stadt mit 4922 Einwohnern im ehemaligen Hochstifte Münster, früher Sitz des gleichnamigen) Amts, später 18031811 zum vereinigten Fürstenthum Salm-Salm und Salm-Kyrburg gehörig. Das

Amt umfasste zur Zeit der Münsterschen Herrschaft die Städte Ahaus, Bocholt!, Borken und Werth,die Dörfer Dingden und Rhede, die Bauerschaften Altrhede, Barlo, Berg, Bimenhorst, Büngern, Crommcrt,Dingden, Hemden, Herzebohold, Holtwick, Krechting, Lankern, Liedern, Lowick, Massum, Spork, Suder wyck,Vardingholt, endlich die Herrschaft Werth und die Rittergüter: Diepenbrock, Krechting und Rhede. Bocholdwar eine römische Niederlassung, wie die vielen dort ausgegrabenen römischen Gefässe und Münzen beweisen.Fiedler ') sagt: Herr Kühnen besitzt mehrere Kupfermünzen, welche bei Bochold gefunden wurden und zwarvon Vespasian, Domitian, Faustina, Tetricus, Constantin, Constanz, Valerian und einige unlesbare. Urkundlichwird Bochold zuerst zur Zeit Carl's des Grossen genannt; er schlug dort 779 die Sachsen. 2 ) Im Jahre 834schenkte Bischof Gerfried von Münster den Haupthof Bochold dem Stifte Notteln, weil ihm dieses verschiedeneReliquien zum Geschenk gemacht hatte. 3 ) In einer Urkunde von 1268 wird Bochold als zur Diöccse Münstergehörig angeführt. 4 ) Die Pfarre zu Werth ist eine Filiale von ihm. 5 ) Bei Bochold lag ein Freistuhl. DasWappen der Stadt ist ein Buchbaum und bei Nuning monumenta monast. abgebildet.

2. Bochold eine Burg, früher Burg Gronau, im Kirchspiel Epe bei Ahaus; so hat eine Urkunde in KindlingersHandschriften Band 77 S. 345: Castrum Gronau condictum dass hues tho Bockolde in parochia Epe anno 1469.Das Kirchspiel Epe führt noch jetzt den Namen: Amt Gronau.

3. Bockholt, Bauerschaft mit 30 Wohnhäusern und 210 Seelen im Münsterschen Amt Greven, an dem BocholterBerge. 6 )

4. Bockholt, Bauerschaft mit 29 Wohnhäusern und 194 Seelen im Veste, jetzt Kreis Recklinghausen.

5. Bucholtz, Kohlenwerk im Kreise Tecklenburg, bei Ibbenbüren.

6. Vettenbockolt oder Fettenbockoltz, adliges Gut bei Kirchhellen im Kreise Recklinghausen.

7. Ottmarsbocholt, Kirchdorf mit drei gleichnamigen Bauerschaften im Kreise Lüdinghausen.

8. Bucholt, Dorf in der Bürgermeisterei Galden, Regierungsbezirk Düsseldorf, mit 23 Wohnhäusern und 151 Seelen.

9. Bucholtz, Hof in der Bürgermeisterei Kettwig, Regierungsbezirk Düsseldorf.

10. Bucholtz, Hof in der Bürgermeisterei Angermund, Gericht Ratingen, Regierungsbezirk Düsseldorf.

11. Bucholtz, Hof in der Bürgermeisterei Benrath, Gericht Gerresheim, Regierungsbezirk Düsseldorf.

12. Ober- und Nieder-Bocholtz, Bauerschaften in der Bürgermeisterei und Gericht Lobberieh, RegierungsbezirkDüsseldorf, mit 20 Wohnhäusern und 158 Seelen.

13. Bocholtz, Rittergut mit den Ruinen einer alten Burg und einem starken Wartthurm, der Kaiserthurm genannt,bei den vorbenannten Bauerschaften im Gericht Lobberieh, Kreis Kempen, gelegen.

14. Bocholtz, Hof in der Bürgermeisterei Keppel, Gericht Goch, Regierungsbezirk Düsseldorf.

15. Naerre und Verboicholt (Nah- und Fern-Bocholtz), Orte bei Goch im Gericht Asperden, kommen 1301 in einemgeldrischen Receptions - Register vor, welches im Geldrischen Stadtarchiv beruht und den Titel führt: Exactioposita in judicio de Wese feria sexta post andree XCCC? & vno.

16. Boeckholt, Weiler in der Bürgermeisterei Stralen, Gericht Wachtendonk, Regierungsbezirk Düsseldorf, mit 77Wohnhäusern und 436 Seelen.

17. Boeckholt, Ort bei Neuss, jetzt verschwunden, kommt'im Jahre 1375 in einer Urkunde der Abtei Werden vorund wird in den Registern also beschrieben: bonum situm ter Smitten loco dicto Boeckholt in districtu oppidiNussiensis; ') er gehörte zu dem Rectorat der Crvpta der Abtei.

J ) Fiedler, Geschichten und Alterthümer des untern Gennanien's aus dem Zeitalter der römischen Herrschaft. Essen 1824. 8voBd. I. S. 170, vergl. Bird Bedeutsamkeit des Niederrheins. Wesel 182G. 8vo S. 51 und folg.

2) Annal. Laurish. p. 101. Poeta Sax. p. 235. Annal Sax. p. 559.

3 ) Nisert Münstersches Urkundenbuch I. S. 317.

4 ) Kindlinger, Münstersche Beiträge II. Drk. S. 271.6 ) Das hues thon Werde in parochia Bocholte et ommia bona sita ab ista parte yslie anno 1379. Kindlinger ). c. III. Urk.

S. 489. Vergleiche Hobbeling Beschreibung des Stifts Münster S. 83. Werth lag im Archidiaconate des Domdechanten von Münster.

6 ) Sigistnund Darstellung des Regierungsbezirks Münster 1819 4to S. 48 u. 54. Topographisch-statistische Uebersicbt desRegierungsbezirks Münster aus amtlichen Quellen. Münster 1846 4to.

') Müller das Gütenvesen. Düss3ldorf 1816 8vo S. 349 u. 350.

Fahne, Bocholts I. 2