Vorwort«
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as ich mit diesem Werke, das Resultat zehnjähriger unausgesetzterForschungen und Mühen, beabsichtigte, habe ich in den verschie-denen Vorreden der früher erschienenen Bände gesagt. MeinenWunsch, in diesem Bande eine critische Uebersicht über die altenund ältesten Zustände in den verschiedenen Zeitabschnitten mitihren Einflüssen darzustellen, habe ich indessen nur in erster Rich-tung verwirklichen können, indem ich die römische und fränkischePeriode, unter Zugrundlegung der Quellen-Schriftsteller und desdazugehörigen critischen Apparates neu auffasste, die wichtigstenstreitigen, oder noch gar nicht bearbeiteten Punkte zum Abschlusszu bringen mich bemühte, und dabei den Leser, durch die Auf-nahme der Beweisstellen, der verschiedenen Ansichten und Begrün-dungen, sowie vieler wichtiger Excurse in den Anmerkungen, indie Lage stellte, selbst zu urtheilen. Hierbei ist denn Manches,was noch gar nicht besprochen worden ist, z. B. die römischeLandwehr 1 ) unserer Gegend, welche eine ganz neue Grundlage fürunsere Geschichte liefert, die Hofeseinrichtungen etc. zur Sprache gekommen; Anderes in wesent-lichen Punkten berichtigt, z. B. die Völkersitze, die römischen Einflüsse, die Römerstrassen, Ripuarien,die Freien, die Laten etc. Dagegen hat sich der zweite Theil des Wunsches nicht der ursprüng-lichen Absicht gemäss fördern lassen. Bieten auch die Abtheilungen III. und IV« nicht unbedeutendesneues Material und gar manche interessante Urkunde, von denen eine oder andere sogar in die Ge-schichte tief eingreift, so mussten doch die versprochenen Schilderungen des Familienlebens in denverschiedenen Zeitperioden etc. zurückbleiben. Hierzu waren die vielen alten Briefschaften (Missiven),welche noch ungeordnet zu Alme in der Registratur liegen, und Manches aus dortiger Bibliotheknöthig. Nach dem Tode des Grafen Diedrich habe ich seinen Testamentserben in mehreren Briefenum die Benutzung gebeten, unter Aufführung der eventuellen Nachtheile für Sache und mich, — ichblieb ohne Antwort. — So ist mir theils der durchlaufende Faden, theils das ganze Material fürdie Darstellung eines organisch fortlaufenden Familienlebens abgeschnitten worden und habe ichmich darauf beschränken müssen, die Genealogien der Bocholtz in gedrängten Stammtafeln zu geben,die neuerdings aufgefundenen Urkunden und einige geschichtliche Aufschlüsse diesen anzuschliessen.Möchte das Werk dem Sammler und Forscher für unsere Gegend über mehrere Zeitab-schnitte und Materien eine Uebersicht über bereits Geleistetes und zugleich einen Anhalt gebotenhaben, sich das Material zu weiteren Forschungen zurecht zu legen, so würde ich meine Arbeitbesonders belohnt finden.
Noch muss ich zum letzten Male auf das Capitel Druckfehler zurückkommen. Ist dieserBand auch nicht sehr damit angefüllt, so müssen doch Fehler, wie Seite 220, verdriesslich machen.Ich bitte daher, vor dem Gebrauch die Fehler zu verbessern, und bemerke, dass wohl noch einoder anderer mir entschlüpft sein kann.
Wegen der Kosten dieses Werkes und meiner übrigen wollte ich in dieser Vorrede specielleRechenschaft geben; es ist wegen einiger schwebenden Differenzen noch nicht möglich geworden,ich muss sie also meinem nächsten Werke vorbehalten. Hier nur: dass ich 15,000 Thaler einge-büsst habe und dass diese verloren sind, da im Jahre, nach Abzug der Commissionskosten, nichtsoviel verkauft wird, als die Zinsen des Capitals betragen. Die Klagen über theuere Preise kannich unter solchen Umständen um so weniger begreifen, als viele Bücher, die dem Verfasser leichtwerden und ohne alle Illustrationen und ohne erhebliche Druckkosten sind, per Bogen mehr kosteiL.als die meinigen.
Fahnenburg bei Düsseldorf, am Tage Allerseelen 1862.
Fahne.
•) Auch in der Richtung von Dümpten bis Horath (Seite 251) habe ich sie in neuester Zeit verfolgt. Sie läuft von Dümptenauf Alstaden, springt auf das linke Ufer der Ruhr, erklimmt die Höhe, nimmt die Richtung auf Sarn und Landsberg, welches Letztere sieberührt, jedoch in besonderer Umwallung nördlich lässt, verfolgt dann das linke Ufer des Baches Rosdelle (auch Mühlen- oder Rinderbachgenannt,) durohschneidet die Gemeinde Isenbügel, berührt die Orte Bastardsdyck,- Schlagbaum, wo sie, 8 Ruthen breit, nicht auf der Höhe,sondern auf der Mitte der Thalwand liegt, steigt bei Tönisheide den Berg abwärts längst des alten Schlosses Hardenberg und geht von dadurch den Dönberg auf Horath. Bei Landsberg an der Rosdelle, im Isenbügel, am Bastardsdyck, im Dönborge sind überall ihre zwei Wälleund Gräben noch zu entdecken. Vor Bastardsdyck ist sie ganz vollkommen "erhalten.