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Dieser Abend sichert mir die brillanteste Aufnahme inmeinem Concert. Apropos, Concert wirst Du sagen,wann endlich kommt es heran? Aber wegen des Geburts-tages der Königin, der Vermählung des Prinzen Friedrich,der vorgemerkten Concerte von Guillou und der Mildermuss ich ganze vierzehn Tage warten, somit gebe ichkein zweites oder drittes, da dürfte es bis 1830 dauernna das thut's holt nit!"

Kurz nach seiner Ankunft wird er an den Hof gela-den. Das Concert beginnt um sieben Uhr in einem schö-nen, antik aussehenden Saal. Der Hofzirkel ist äusserstbrillant, die Majestäten gleich beim Eintritt liebenswürdig.Der vortreffliche Flötist Guillou spielt, und die Sängerindes Abends ist Frau Milder-Hauptmann, aber sie entzücktihn nicht.Eine Arie von Meyerbeer, so vereinfacht, dassaus Simplicität simpel wurde. Schade, dass die herrlicheStimme dieser Frau so spröde, ja monoton ist! Als siegarDies Bildniss ist bezaubernd schön" sang und dasim kläglichen Ton einer Alceste, nach D transponirt, dasUnterste zu Oberst gekehrt, dachte ich bei den WortenSoll dies Liebe sein?"" Soll das Mozart sein? und dannkam noch, um meinem Degout die Krone aufzusetzen, derläppischeGruss an die Schweiz"". Dazu gehört einmusikalischer Magen, der Felsen verdauen kann. Ichhatte schon abwechselnd und zusammen mit Guillou ge-spielt, als es zu meiner Improvisation kam. Die bejahrteKönigin setzte sich unter tausend Entschuldigungen, obsie mir auch nicht lästig falle, zu mir; König und Flof-staat folgten. Ich Hess mich los wie ein racer (Rennpferd); alleKraft, alles Feuer, ja sogar ein bischen Koketterie wen-dete ich an, um auf die königlichen Nerven zu wirken.Erst rossinirte ich ein bischen, weil ich weiss, dass diesFieber auch hier bei Hofe grassirt, dann wurde ich garein Däne, und bearbeitete Volkslieder, endlich schloss ich,durch die lauten Bravo's übermüthig gemacht, mit demdänischenGod save the King":Kong Christian". Alsich geschlossen hatte nun Du kannst Dir Alles denken nur das war neu, dass der König bei den anwesenden