122
Der Vorfall ging eine Woche lang durch alle Zeitungenund Moscheies ward sogar viel Lob für sein ruhiges Ver-halten gespendet, während die arme Miss Paton um ihrerThränen willen viel zu leiden hatte.
„Der 26. Mai, der Tag des Weber'schen Concerts,bleibt mir ewig unvergesslich (schreibt die Frau); denn derMeister, dem Erlöschen schon nahe, hatte grosse An-strengungen gemacht, um eine Aufführung in den Argyll-rooms zu veranstalten, und sein Concert ging dennochvor einem leeren Saal vor sich! Musikfreunde und diePresse suchten in ihrer Entrüstung diese Vernachlässigungvom Publicum ab und auf äussere Umstände hinzulenken;.und da fanden sie, Begrez, der parfümirte Salonsängerhabe an demselben Abend ein Privat-Concert bei derHerzogin von St. Albans gegeben, und die fashionableWelt absorbirt; Epsom races, dieses vielbesuchte Pferde-rennen sei gerade mit seinem Haupttag (the Derby) aufdiesen 26. Mai gefallen, und den besuche unfehlbar diegrosse Welt, während der Mittelstand sich an die Operndes so populär gewordenen Meisters halte, und keineSchuld an dieser Vernachlässigung seines Unternehmenstrage. Genug, Weber musste vor leeren Bänken spielen!Er dirigirte die nie fehlende Ouvertüre zu „Oberon" und„Euryanthe", seine noch unbekannte Cantate „The festival ofpeace" und eine neue für Miss Stephens componirte, undvon ihr gesungene Ballade; Braham effectuirte in derFreischütz-Arie, Fürstenau blies zum ersten Mal Variationenüber ein Thema aus Oberon, Kiesewetter spielte seineunvermeidlichen Mayseder-Variationen in E-dur, undMoscheies nahm als Grundlage seiner Improvisation einThema aus der Cantate, das einen Hervorruf gehabthatte und das er mit Motiven aus dem „Freischütz" ver-webte. Mrae. Caradori und Braham sangen die Soli inder Cantate."
Weber war durch diesen Abend so entsetzlich ange-griffen, dass er seine Einnahme im Theater, wo der Frei-schütz unter seiner Direction zu seinem Benefiz gegeben