Druckschrift 
Der kleine Katechismus Lutheri mit Rücksicht auf den alten Bergischen Katechismus von neuem erklärt, u. mit Genehmhaltung zeitiger Inspectoren des Ev. Lu. Ministerii im Herzogthum Berg zum Druck befördert
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

Das zehnte Gebot.177. Wie lautet das zehnte GebotDu sollst nicht begehren deines Nächsten Weib,Knecht, Magd, Vieh und alles, was sein ist.178. Was ist das?Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wirunserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oderVieh abſpannen, abdringen oder abwendig ma-chen, sondern dieselbigen anhalten, daß sie blei-ben und thun, was sie schuldig sind.179. Was ist in dem zehnten Gebote verboten?Die Begierde nach des Nächsten Weibe, oder Ge-sinde, oder Vieh, oder irgend einem Eigenthum, wel-ches er zu behalten Recht und Willen hat.180. Wie pflegt sich diese Begierde zu äussern?Durch allzu freien Umgang mit des NächstenWeibe, durch allerlei Streiche und Künste, die mananwendet, sein Gesinde an sich zu ziehen, und seinVieh und Eigenthum zu bekommen.181. Und wofür pflegt man das gemeiniglich zu halten?Für eine Kleinigkeit, die man auf alle Art zurechtfertigen und zu beschönigen sucht; daher es nöthigwar, dies namentlich zu verbieten.David 2 Sam. 11.182. Anstatt also dem Nächsten etwas zu entziehen, oder abzu-dringen, was sollen wir vielmehr thun?Wir sollen wünschen und dafür sorgen, daß ihmalles das Seinige bleibe und Freude mache; insbeſon-dere aber die Seinigen anhalten, daß sie bleiben undthun, was sie schuldig sind.Matth. 7, 12. Fr. 90.