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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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) 43 (Wer könnte sich wohl freuen, so lange so vieledarben, weinen, angstvoll der dunkeln Zukunft entge-gen sehen? Wer wollte nicht gern einiges Ueberflüssigeentbehren, um seinen Brüdern zu dem Nothwendigenzu verhelfen? Wenn ein jeder in unserm Staate sicheine kostbarere Freude versagte, sich nur eine Wocheeinschrankte; was könnte dadurch nicht alles gesche-hen? Wie vieles wird zwecklos ausgegeben? Was wirdin dieser Woche nicht alles vergeudet? Welch einAufwand, um der Menschen Blicke auf sich zu ziehen,und von Sterblichen belacht zu werden! Mit einemoffnern Herzen), als Jeſu verirrter Juͤnger, laßt unseinmal fragen: wenn man dieß alles ersparte, undweiser, gewissenhafter anwendete, damit Unsterblicheaus seligen Wohnungen herniedersähen, und unsersich freuten; wie vieler Noth könnte man ein Endemachen, wie vielen Jammer stillen, wie viele Thrä-nen abtrocknen, wie viele Dankgebete veranlassen?Wohl habt Ihr Euch schon als Menschen, dieJesus und ihre Bruder lieben, bewiesen. Wen hättees nicht gefreut? Von geweihter Staͤtte sey Euchdafür des Herzens Dank dargebracht. Aber vielleichtiſt manchem ſeitdem ein Gluͤck, eine Freude zu Theilgeworden, und er möchte sich gern dafür erkenntlichbeweisen. Mancher hat sich näher besonnen, und fin-det, daß er noch mehr entbehren könne. Mancherhat mit mir gehort, wie viele in jenen Gegenden desSchreckens, wie allein in meiner Vaterstadt mehr alstausend auf Hülfe auch von uns warten, und lautspricht in ihm des Mitleids Stimme.O, m. Th., laßt uns denn auch in dieser Stundeund in allen künftigen Tagen unsere Liebe gegen dengroßen, gottlichen Erlöser beweisen! Dann, dannwird auch uns hohe Seligkeit zum Erbe.