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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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) 28 (So finden wir es bey unserm duldenden Er-löser. Wie groß erscheint er uns unter seinenDrangsalen! Je tiefer ihn unser Auge erblickt; destohoher steht er vor unserm Geiste da. Je verachteterer zu seyn scheint; desto herrlicher zeigt er sich. Im-mer blieb er sich selbst gleich. Mochten Versuchun-gen reitzen, Leiden auf ihn eindringen, Undank ihnbetrüben; alle Versuchungen könnten ihn nicht wan-kend machen, alle Leiden nicht zu Klagen, alle Krän-kungen nicht zur Unthatigkeit verleiten. Er blieb ganzGehorsam gegen Gott, ganz Ergebung in seinenRath, und Hofnung begleitete, ihn bis auf Golga-thas Hohe. Unermüdet war er für Menschenwohlgeschäftig. Liebe, unendliche Liebe, Liebe gegen alleſeine Bruͤder erfuͤllte ſeine Seele, bis zu ſeinem letz-ten Athemzuge. Mochten gleich seine Feinde ihn ver-folgen, ſchmaͤhen, mißhandeln; ſie, die ihn naͤherkannten, hingen fest ihm an, blieben ihm unter allemWechsel der Schicksale getreu. O, wer könnte aufihn hinblicken, ohne es zu fühlen, wie groß er sey,wie viel wir ihm verdanken; ohne die Empfindungender Hochachtung und Liebe mit den Seinigen zu thei-len, zur unwandelbaren Liebe gegen ihn entflammt zuwerden?Möchten denn unsre folgenden Betrachtungen unsalle in dieser Liebe gegen unsern Erretter bestärken!Möchten wir in ihr auch in dieser Stunde befestigtwerden! Kommt, wir sinken in Demuth anbetendnieder, um unsre Seelen zur Andacht zu stimmen!Ja, lieben will ich Dich, Dich ewig liebenO Du, mein Retter Jesus Christ,Jn diesem niedern Lande hier und drüben,Im Lande, wo es besser ist.n.####