———Unser Geist ermuntre sichHerr, Dein Leiden zu bedenken!Auf Dein Kreuz hin müsse sichUnser Blick voll Andacht lenkenDaß das Herz sich Deiner TreueGroßer Retter, hoch erfreue,Amen!Und sich Dir zum Tempel weihe!Mit dieſer Stunde, m. Gel., beginnen wir unſrein diesen Tagen üblichen Betrachtungen über dieLeiden des Einzigen. In der That ein weiser,heilsamer Gebrauch! Denn wie groß erscheint unsJeſus hier! Und wie liebenswurdig!Auch das Glück führt seine Versuchungen mitsich. Schwer ist es, von ihm begunstigt die Bahnweiſer Maͤßigung zu behaupten, und des Dankes,den wir Gott schuldig sind, nicht zu vergessen. Wersich auch durch Vortheile und Freuden nicht abwen-dig machen läßt von dem Pfade, welcher zum erhab-nen Ziele fuͤhrt, der iſt ein ehrenwerther Mann.Aber auch das Unglück hat seine Gefahren, und eserfordert, unerschütterliche Festigkeit, heiligen Muth,sie zu bestehen. Im glühenden Tiegel bleibt nur dasreine Gold über, und im tobenden Sturme brichtund fällt das niedere Gesträuch, wenn die starke Eichekaum ihren Wipfel bewegt. Sehen wir einen Mann,der unter Leiden aller Art, gedruckt von Mangel undVerachtung, unter Schmerzen und Todesgefahrenruhig, thatig, liebevoll, standhaft bleibt; wie koͤnntenwir dem unsre Achtung, unsre Liebe versagen?
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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
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