——Die Gnade dessen, der aller Vater ist, die LiebeJesu, des Retters der Welt, und die Gemein-schaft des heiligen Geistes, der alle Menschenbeseelen soll, sey auch mit uns in dieser Stundeund immerdar! Amen!Wem unter uns, o Zuh., leuchtet es nicht ein, wererkennet es nicht mit inniger Freude, mit Dank ge-gen Gott und mit getroster Hofnung, daß die Men-schen in unsern Tagen gesitteter, menschlicher,menschenfreundlicher geworden sind. Um sichdavon zu uberzeugen, braucht man sich nur in dievorigen Zeiten zu versetzen, und sie ohne Leichtsinnund partheyische Vorliebe mit den Tagen, worinwir leben, zu vergleichen. Wie viel schonender denktman selbst von denen, welche in keiner nähern Ver-bindung mit uns ſtehen? Wie viel liebreicher iſt mangegen diejenigen gesinnt, welche nicht mit uns densel-ben Glauben bekennen, demselben Volke angehören?Wie viel milder werden sie beurtheilt, wie viel sanf-ter behandelt?Doch nicht als wenn es unter uns keineAusnahme von dieser allgemeinen Regel gäbe.Noch immer ist nicht alles gethan. Wir sind nochnicht am Ziele. Noch immer entehren Menschen sichselbst und ihr Geschlecht durch Gleichgültigkeit gegenEntfernte, durch Mangel an Dienstfertigkeit, durchHärte gegen den Fremdling. So viele ſetzen diePflicht der Liebe gegen ihn aus den Augen. Sieunterlassen, was sie ihm so leicht gewähren könnten.
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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
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