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2 (1882)
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470 DE R EOSENGARTE VON WILHELM GRIMM.

405 DER ROSENGARTE VON WILHELM GRIMM.

Göttingen in der Dieterieh'sclien Buchhandlung. 1836. LXXXIV und 94 S. in 8.

Göttingische gelehrte Anzeigen. Bd I, Stück 41, den 13. März 1837.

S. 405407.

Öchon lange in dem Besitze eines noch unbekannten Textesdes Rosengartenliedes, habe ich doch mit der Herausgabedesselben gezögert, weil ich auf Entdeckung einer älterenHandschrift hoffte. Da das in dem Munde der Überlieferungbeständig sich umwandelnde Epos keine Zurückführung aufeinen ursprünglichen Text gestattet und jede eigenthümlicheAuffassung Berücksichtigung verdient, so wäre gegenwärtige indas 15. Jahrhundert fallende Handschrift auch neben einerfrüheren und besseren der Bekanntmachung immer noch werthgewesen; allein ich wollte die Untersuchung über die Fabel

406 nicht übergehen, und diese würde durch einen älteren Textohne Zweifel sehr gefördert worden sein. Indessen- schwandjene Hoffnung nach so manchen vergeblichen Nachforschungenimmer mehr, und da überdies die Handschrift, von welcher ichAbschrift genommen hatte, nach England gewandert war, soentschloss ich mich, die mehrmals zurückgelegte Arbeit wiedervorzunehmen und zu beendigen. Ob meine in der vorange-stellten Abhandlung dargelegte Ansicht von der Entstehung undFortbildung des Liedes, das poetischen Werth hat und sichForm und Inhalt nach näher als ein anderes an das Nibelunge-lied anschliesst, die richtige ist, muss ich freilich anderen zubeurtheilen überlassen; indessen kann die Vergleichung derverschiedenen Darstellungen der Fabel und was ich sonst zuihrem Verständnis beigebracht habe auch dem, der eine vonder meinigen ganz verschiedene Vorstellung hat, noch immerbrauchbar sein. Ein Text, wie der vorliegende, erlaubte keinekritische Behandlung, wie das Werk eines bekannten Dichters;ich habe also nur Einiges verbessert und ergänzt, und im Übrigenmich begnügt, die schlechten Sprachformen des 15. Jahrhundertszu beseitigen, jedoch beibehalten, was der geschichtlichenGrammatik von Nutzen sein konnte.