SAMMLUNG HISTORISCHER VOLKSLIEDER VON WOLFF. 431
Zeit Gedruckten mit aller Genauigkeit, welche Arbeiten dieserArt erfordern, gemacht und dann aus den seltenen und selten-sten Quellen das Unbekannte aufgesucht und gesammelt haben.Ohne Benutzung grosser Bibliotheken, nicht bloss einer oderzweier, würde das Resultat nicht bedeutend ausfallen, dennsolche Kleinigkeiten verstecken sich und wollen aufgesucht sein;allein wo sich handschriftliche Chroniken oder Sammlungen derim 17. Jahrhunderte, namentlich zur Zeit des dreissigjährigenKrieges häufigen fliegenden Blätter und kurzer Berichte, wiez. B. in Dresden und Cassel vorfinden, da dürfte man auf eine soa.gute Ernte und auch wohl auf manche überraschende Ent-deckung hoffen. Ein solches Unternehmen erfordert Zeit undein behagliches Fortführen, und da nicht leicht ein Zweiter so-bald wieder daran geht, so hat der, welcher sich ihm unterzieht,die Pflicht, ohne einen gewissen Grad von Vollständigkeit nichthervorzutreten, sehr accurat bei der Ausarbeitung zu sein unddas Werk dem Gebrauche so bequem als möglich zu überliefen.Litterarische Nachweisungen, historische Erörterungen, sorgfältig©Register sind hier mehr als irgendwo an ihrem Platze. Freilicheine mühsame Arbeit wird es sein, aber die Lust zur Sachemuss dabei helfen, ohne welche sie niemand anfangen sollte.Was die äussere Anordnung betrifft, so räth Rec. zu der chrono-logischen, die freilich nicht so streng und pedantisch zu seinbraucht, dass nicht das Zusammengehörige neben einanderdürfte aufgestellt werden. Sodann hätte das Verzeichnis desbereits in leicht zugänglichen Sammlungen oder Büchern Vor-handenen vorangeschickt, in das Werk selbst aber nur dasSeltene oder völlig Unbekannte aufgenommen werden müssen,also nur was aus Handschriften, alten Chroniken, fliegendenBlättern usw. geholt war.
Herr Wolff zeigt Eifer und Liebe für seine Arbeit, waswir gerne und rühmend anerkennen wollen; hätte er seineSache nur etwas besser gemacht! Von allem, was Rec. füreine solche Sammlung empfehlen zu müssen glaubte, hat erso viel als nichts gethan. Sein Verdienst beschränkt sich darauf,zum Abdrucke gegeben zu haben, was er in einer gewissenZeit zusammengebracht hatte; darunter befindet sich einiges