EDDA SAEMÜNDAR III. 397
Dieser Band enthält die noch übrigen drei eddischen Lieder:Völuspa, Havamal und Ergsmal, die gerade zu denwichtigsten gehören. Der Text ist mit Sorgfalt behandelt undmit einem reichlichen kritischen Apparat ausgestattet: vor jedemeinzelnen Liede steht eine gelehrte Einleitung und am Schluss,wie in den vorhergehenden Bänden, ein specimen glossarii undnoch ein besonderer index onomasticus für Eigsmal. Überallthut sich die glückliche Lage des Verfassers kund, dem diereichsten Sammlungen zugänglich sind; nur als Beispiel nennenwir die merkwürdige Stelle aus einer noch ungedruckten Sageüber die Art und Weise, wie eine Vola ihre Kunst ausübte,die in der Einleitung zu Völuspa mitgetheilt ist. — Hierauffolgt, was den grössten Eaum dieses Bandes einnimmt (S. 275—996), ein lexicon mythologicum in vetusta septentrionaliumcarmina, quae in Edda Saemundina continentur. Es ist sehrausführlich und liefert auf jeder. Seite Proben von dem Fleissund der Belesenheit des Verfassers. Das Bequeme und Ver-dienstliche einer solchen alphabetischen Aufstellung springt indie Augen, aber auch der Nachtheil, wenn, wie hier, der ganzeInhalt der Mythen darin aufgenommen wird. •— Den Schlussmacht noch eine Zugabe: specimen calendarii gentilis veterum 1559Gothorum, Danorum aut Scandinavorum ex Asia oriundi, ductucarminis Grimeciani ac antiquissimorum reipublicae Islandicaebreviter adumbratum. Die Überschrift zeigt schon die Eichtungdes Verfassers und dass man auf Vermuthungen und kühneCombinationen gefasst sein müsse; jeder aber wird die reich-haltige Zusammenstellung dankbar empfangen.
Die ganze Ausarbeitung auch dieses Bandes rührt von Hrn.Prof. Finn Magnussen, den wir jetzt unter den Ephoren desArnämagnäanischen Legats finden; eine gerechte Anerkennung
seines Eifers und seiner Gelehrsamkeit.
[anonym.]