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2 (1882)
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348
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348 BIOGRAPHISCHE DENKMALE VON VAENHAGEN VON ENSE.

1428 BIOGRAPHISCHE DENKMALE.

Von K. A. Varnhagen von Ense. Berlin. Bey Gr. Reimer 1824. 408 S. in 8.

Göttingisehe gelehrte Anzeigen. Bd III, 143. Stück, den 4. September 1824.

S. 14281431.

1429 JL/rei Cabinetsstücke von der besten Arbeit. Der Held,der uns entgegentritt, weiss unsere Augen gleich zu fesseln,seine Züge sind gemässigt und aufgeheitert, seine Haltung istgefällig und ungezwungen, während die mit Sorgsamkeit undversteckter Kunst um ihn her geordneten Gruppen den vor-theilhaften Eindruck des Ganzen erhöhen. Der Verf. hat zureinen Geschmack, um durch gesteigerte Farben, künstlicheBeleuchtung, unverhältnismässig ausgeführte Beiwerke, und wases sonst noch für Mittel gibt, Eindruck machen oder gewöhn-liche Beschauer blenden zu wollen. Alles ist in gleichmässigerBehandlung wohl temperirt und lädt zu einer ungestörten Be-trachtung ein. In dieser Ausbildung steht er höher als andereSchriftsteller seines Fachs, z. B. der französische Lacretelle, derseinen Gegenstand schon mehr brillantirt, glänzende Gegensätze,Sentenzen, überraschende Wendungen sucht und manchmalglücklich findet. Dies kleine Buch scheint dem Rec, um nichtzu sagen, ganz vollkommen (weil das ein gar zu grosses Lobsein würde), doch ganz fertig gearbeitet: vielleicht ist der Verf.im Stand, von jeder Zeile Rechenschaft zu geben. Ein Urtheil,das an dieser glatten Oberfläche hier und da nagen wollte,würde etwas Unpassendes und Ungeschicktes sein, lieber willRec. eines Unterschiedes gedenken, der auch sonst, doch vor-züglich bei Werken dieser Gattung zum Vorschein kommt, dieneben dem nicht mühelosen Studium des Materials zugleicheinen schaffenden Geist fordern, der, was in der Seele sichgebildet hat, vor unsere Blicke heraufzuheben Stärke genugbesitzt. Es gibt Schriftsteller, welche in steter Übung nach undnach ihrer sämmtlichen Kräfte und Gaben sich bewusst werdenund sie endlich völlig in ihre Gewalt bekommen. Dagegenandere können den Genius, der ihnen verliehen ist, nur zum