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2 (1882)
Seite
321
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WESTENDORP, HÜNEBEDDEN. 321

aber der Beweis, dass diese Joten nichts Anderes als Celten ge-wesen wären, wie der Verf. seinem System gemäss annimmt?Wenn er (S. 254) fragt, ob die dänische, schwedische undfriesische Sprache nicht einen fremdartigen Bestandtheil er- 708kennen lasse, und wenn er (S. 245) geradezu annimmt, esschimmere im Skandinavischen und Niederdeutschen viel Cel-tisches durch, so müssen wir beides ganz entschieden verneinen.Das Höchste wären ein Paar einzelne (erst noch zu erweisende)celtische Wörter, die gar nicht in Betracht kommen könnten,da ja die reinste und eigenthümlichste Sprache aus einer andereneinzelne Wörter erhalten hat; und gerade der altnordischen,von der doch als Mutter der schwedischen, dänischen und nor-wegischen allein die Rede sein sollte, kann man Reinheit, so-weit diese einen Sinn hat, gewiss zuschreiben. Hr. Westen-dorp hat nicht wohl gethan, dass er (S. 296) die gelegentliche,ohne Zweifel flüchtige Bemerkung eines deutschen Gelehrten:das Altnordische zeige eine höhere Ausbildung der Formen,als das Gothische des Ulfilas, die an sich völlig ungegründetist, für wahr angenommen und nun darauf bauend sich diesehöhere Ausbildung durch den Einfluss des Celtischen, das über-haupt eine höhere Geistesbildung erkennen lasse, erklärt. Wärejener Satz auch wahr, so würde er gerade die Abwesenheiteines jeden fremden Einflusses beweisen, da die Geschichte derSprachen hinlänglich darthut, dass bei einer jeden Mischungeben die Formen Schaden leiden und sich abstumpfen.

Überhaupt ist der Verf. da nicht am glücklichsten, wo erSprachdenkmäler in seinen Vortheil ziehen will. Er theilt(S. 207) ein Gelübde mit, das die Sachsen zu Carls des GrossenZeit dem Wodan sollen abgelegt haben, und zwar alseinechtes" Beispiel der celtisch-deutschen Sprache in jener Mischung,die er sich denkt. Allein dieses angeblich alte Stück ist als*in moderner Betrug anerkannt und verräth sich sogleich durchdie elende Nachahmung der alten Sprache; schon Kinderling(Geschichte der niedersächsischen Sprache S. 196) hat es sehrverdächtig gemacht. Gewisslich hat der Verf. desselben kein 709Wort Celtisch verstanden. Dagegen gibt es ein echtes undsehr ausgezeichnetes Denkmal der altsächsischen Sprache, die

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