292 NORDISK ARCHÄOLOGIE VED FINN MAGNUSSEN.
die Bildsäulen waren nicht colossal, doch auch von mensch-licher Grösse, aus Holz gehauen, innen hohl, zusammengesetztoder durch mechanische Kunst so eingerichtet, dass ihre Gliedersich bewegen Hessen, der Kopf hin- und herzudrehen. In dieStatue eines Freyr, die sich in Schweden befand, konnte sichein Mensch stecken und ihre Glieder bewegen. Die von mensch-licher Grösse waren, hatten Gesicht und Hände bemalt undwirkliche Kleider an. Andere scheinen mit Silber oder Goldüberzogen gewesen zu sein (132—134). Thors Bildsäulen nachden Beschreibungen späterer Schriftsteller, Adams von Bremenu. a. Götterbilder benachbarter Völker, der Russen und Wenden(139—141). Von anderen Kunsterzeugnissen, den Goldhörnern(143). Schiffbaukunst. Kriegsschiffe von ansehnlicher Grösse;die alten Skandinavier waren ausgezeichnete Schiffahrer (1451662—148). .Nidstange. Banner. Freyers Eber. Spuren von Por-traitzeichnung. Kivike Monument von Munter als Opferunggefangener Feinde erklärt (156 —160). Eingegrabene Figurenauf Felsenwänden, Runensteinen (161). Stickereien mit der be-kannten Stelle aus der Gudrünarquida (163). Waffen; eisernesind in der Erde verrostet, von Kupfer und Metall werden siegefunden, auch vom feinsten Stahl (174). Aber woher kam alldieser Reichthum in den Norden? Es wird geantwortet: durchHandel, Fischfang, Kriegsbeute und fremden Sold (176—186).Zuletzt ein Auszug aus dem alteddischen Rigsmäl, worin dieEntstehung der drei Stände im Norden beschrieben wird.
Wie schon bemerkt ist, der Verf. hat vorzugsweise die Ab-sicht gehabt darzuthun, dass auch die Kunst im Norden be-kannt gewesen. Es ist recht und löblich, das Einheimischegegen Herabwürdigungen in Schutz zu nehmen; dagegen fruchtetes auch nicht, wenn man über die Linie hinausgeht, zu vielthut und, was sich nur irgend erhaschen lässt, so aufstellt, dasses mehr scheint, als es wirklich ist. Den grössten Gewinn vondem Studium des Alterthums wird man haben, wenn man esunbefangen nach seiner Natur und seinem Wesen zu erläuternund aufzustellen sucht ohne irgend eine Nebenabsicht. Es wirdgenug übrig bleiben, welches unsere Achtung, selbst unser Er-staunen erregt. Rec. gehört gewiss nicht zu denen, die in eitler