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2 (1882)
Seite
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242 BARLAAM VON KÖPKE UND WIGALOTS VON BENECKE.

theilen denkt. Auf diesem einzigen Wege werden wir allmählichdahin gelangen, die Werke unserer ausgezeichneten Dichter des

13. Jahrhunderts in ihre wahre, ursprüngliche Gestalt kritischherzustellen und demnächst sogar die Bekanntmachung einzelner,die sich nur in späteren schlechten Handschriften erhalten haben,sobald der Dichter aus anderen Quellen studirt werden kann,mit sicherem Erfolge zu versuchen. Einen Fall letzterer Arthaben wir oben bei Rudolfs gutem Gerhart bezeichnet. Wieerwünscht und förderlich wäre eine Ausgabe der operumomni um dieses Dichters, und wie musterhaft könnte sie ein-gerichtet sein! Gelehrte Gesellschaften und Regierungen Deutsch-lands müssen aber die Erscheinung von 4 bis 5 Bänden unter-stützen, wenn einzelne Verleger sich kaum zu einem Bande be-wegen lassen.

Nach guten kritischen Grundsätzen ist inzwischen bei demBarlaam und vornehmlich bei dem Wigalois verfahren, und wirsagen nicht ein vollkommener, aber ein ziemlich und beinahevollkommener Text geliefert worden. Dem Barlaam hat Hr.Köpke eine Königsberger Handschrift zum Grund gelegt, einezweite Königsberger und eine Berliner zugezogen. GenauereUntersuchungen über das wahrscheinliche Zeitalter der Hand-schriften mangeln, beide Königsberger scheinen schon aus dem

14. Jahrhundert, die Berliner ist noch später und schlechter.Allein auch die bessere Königsberger verdient keineswegs denNamen einer trefflichen (vgl. Lachmanns Bemerkung S. 428);unter solchen Umständen hat der Text, zumal in grammatischenVerhältnissen, nach den bisher erkannten Regeln der hoch-deutschen Sprache des 13. Jahrhunderts im Allgemeinen be-richtigt werden müssen, was zwar mit grossem Fleisse, jedochkeineswegs genügend geleistet worden ist. Dass sich der Heraus-geber weder um die Hohenemser noch um die Münchener Hand-

2087 schritt (letztere von 1284 und in bairische Mundart umge-schrieben, jene wohl auch aus dem 13. Jahrhundert) bemühethat, bleibt zu bedauern. Dem Herausgeber des Wigaloisstand eine Kölner, beinahe gleichzeitige aus dem Beginn des13. Jahrhunderts, eine Leidener von 1392 (auf welche Hrn.Beneckes Auszüge in der Vorrede zu dem holländischen Abdruck