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2 (1882)
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240 BARLAAM VON KÖPKE UND WIGALOIS VON BENECKE.

über sein inneres Wesen; Wirent hat sich sichtbar in Stil undSprache den Hartmann von der Aue zum Muster genommen,man vergleiche nur Z. 126 ff. des Wigalois mit dem armenHeinrich Z. 10, Z. 151 mit Iwein Z. 4058, Z. 445 mit Iwein4622, Z. 557 mit Iwein Z. 7091 usw., er möge nun persönlichenUmgang mit Hartmann gepflogen haben (nach einem Lied derMan. Samml. 1, 183 b scheint letzterer auch in Franken zu leben)oder durch öfteres Lesen und Anhören des Iwein und andererberühmter Dichtungen Hartmanns mit dem Geist und derWeise derselben vertraut geworden sein. Dergleichen auffallende2085 Familienähnlichkeit findet sich auch sonst zwischen anderenalten Dichtern; in demselben Sinn, wie wir Wirent einen Nach-eiferer und Schüler Hartmanns, dürfen wir auch Reinbot vonDoren einen Schüler Wolframs (vgl. S. Georg 4916 mit Parcifal2045 [69, 16] und Wörter wie hamit, phandes sten etc.), denunbekannten Verfasser des Wigamur einen Schüler Gottfriedsnennen (vgl. Wigamur 1195 mit einer leicht aufzufindendenParallelstelle im Tristan). Mehrere Stellen beweisen indessen,dass Wirent auch ausserdem Wolframs Parcifal in einzelnenWendungen nachgeahmt habe. Der dreifache Reim, mitwelchem seine Absätze schliessen, findet sich auch in TurlinsWilhelm dem Heiligen, doch so, dass in letzterem regelmässig31 Zeilen zum Satz gehören, Wirent aber in diesem Stückkeine Zahl hält; neben kleinen Abschnitten von 15, 13, 11 undselbst 9 Zeilen (S. 62. 69. 82. 104. 134. 97) finden sich viellängere, z. B. S. 66 68 einer von 77 Zeilen.

Das, wodurch sich die vorliegenden Ausgaben des Barlaamund Wigalois gemeinschaftlich auszeichnen, ist die kritische Be-handlung des Textes. Es macht Freude und berechtigt zu Er-wartungen für die Zukunft, wenn wir ein Verfahren, das beider griechischen und römischen Philologie allgemein gültig ist,vielleicht noch mit glücklicher Vermeidung einiger hierbei wohlbetretener Abwege, endlich auch auf die Denkmäler unserereinheimischen Litteratur angewendet sehen. Freilich geht esleichter und schneller, den merkwürdigen Inhalt altdeutscherPoesieen oberflächlich zu erfassen und ihre Schönheiten heraus-zufühlen; aber gründlich geschehen kann dieses doch niemals