KOLOCZAER CODEX ALTDEUTSCHER GEDICHTE. 205
er gienc zuo der vrowen kemenaten,
alse er die kamenaten vf entsloz,
do wart ein michel wintstoz;
in dem selben winde,
do sneit er dem kinde
daz houbet abe mit dem swerte,
sam ez diu vrowe ermordet hete.
er leget' ez ir an die scoze,
do tet er scaden grozen
der goteleide vizetuom
der verloz sin rehtez hertuom.
der vizetuom gie so drate
zuo sines herren kemenaten,
er sprach: „herre, ir solt ufstan
zuo der mettene gan,
ja schinet der tagesterne,
ir ne sliefet nie neheines morgenes so gerne".
der herre im antwuorte
mit susgetanen Worten:
„der mettene du dich virmit,
biz iz mine meisterinne dunke zit;
ez enist noch niht ze spete,
ich wene dehein hane noh krete
hinaht bi dirre naht;
ich ne weiz, warumbe du mich irwekit hast;
nu irvar, waz daz mache,
daz min meisterinne selbe nin'erwache".
do gienc er also drate
zuo der vrowen kemenaten,
uf huop er den fuoz,
er tet der ture einen stoz
daz sie al ce brast en-ein. 1375
vil luote er ir zuo screi:
„uf, uf, alle die hie sin!
ia hat diu valendin
daz kint ermordet an dem arme etc.
Kennern der altdeutschen Litteratur braucht es nicht erörtertzu werden, dass die Redensarten der zuletzt mitgetheilten Re-cension der altepischen Sprache merklich näher liegen. — Wirermuntern schliesslich die Herausgeber dieser Sammlung, inihrem Eifer nicht zu erkalten, sondern namentlich in den übrigen