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2 (1882)
Seite
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176 DER NIBELUNGEN NOTH VON LACHMANN.

745 CARL LACHMANN

ÜBER DIE URSPRÜNGLICHE GESTALT DES GE-DICHTS VON DER NIBELUNGEN NOTH.

Berlin, bey Dümmler. 1816. 111 S. in 8. [= Kleinere Schriften I, 1876,

S. 1-80.]

^Leipziger Litteratur-Zeitung für das Jahr 1817. Erstes Halbjahr. No. 94. 95,9. und 10. April 1817, S. 745760.

Jlüne Einheit des Nibelungenlieds erkennt unser Verf. an,einen Guss des Werks. Wer könnte auch den ebenmässigenGang, das stets mitschreitende Gefühl für das Ganze, welcheskein Vordringen des Einzelnen gestattet, jenen Geist, der amAnfang wie am Ende lebt und webt, verkennen, selbst wennman das äussere Zeichen der einer bestimmten Zeit zugehörigenSprache nicht beachten wollte? Diesem Gefühl, das sich jedemaufdringt, der nur von der Poesie der mächtigen Dichtung er-füllt ist, thut es, wie hier gesagt wird, weh, das Phantasiebildeines einzigen Schöpfers aufzugeben. Aber, nachdem ihm derVerf. sein Recht angethan, zeigt er die Absicht der Schrift,dennoch eine entgegengesetzte Behauptung durchzuführen. Erstellt auf, dass das grosse aus einzelnen kleineren Liedern zu-sammengesetzt sei und dieses Verhältnis sich noch in der Ge-stalt, in welcher wir es besitzen, nachweisen lasse. Dafür könnteschon hinlänglich scheinen, die Zusammenfügungen anzugebenund zu erweisen, da aber überhaupt die ursprüngliche Gestaltdes Liedes, wie schon der Titel der Abhandlung sagt, ergründetwerden soll, so sind ferner auch Zufügungen, die sich gar wohlbei einem, aus einer einzigen Arbeit entstandenen Gedicht denkenlassen und auch z. B. beim armen Heinrich in der Vatican.Handschrift vorkommen, wie sie der Verf. gefunden, angemerkt.Dass durch diese Untersuchungen ein bedeutender Schritt inder Erkenntnis des Liedes vorwärts gethan wird, leuchtet ein,und sie sind eine schätzbare, mit Dank aufzunehmende Gabe.

Wir wollen die Beweisführung des Verf. näher betrachten.Er fängt aus guten Gründen nach der Lage der- Dinge, die