140 ÜBER DEN URSPRUNG DER ISLÄNDISCHEN POESIE VON EÜHS.
der Rec. der Zeit überlassen, aber beide Sätze, waren sie be-gründet, gaben Anlass zu wichtigen Folgerungen; er glaubtedaher, sie herausheben zu dürfen und sorgfältig prüfen zumüssen. Rec. hat diese kleine Untersuchung noch einmal durch-gelesen, ob irgend ein Wort darin sei, das nicht auf die Sacheselber gehe oder Hrn. Rühs beleidigen könne, aber keins ge-funden. Vielleicht könnte es missdeutet werden, wenn er sich[S. 964 = oben S. 84] des Ausdrucks „unredliches Verschweigen"bedient hat; es bezieht sich darauf, dass Hr. Rühs einen ihm gewissbekannten Umstand in der englischen Poesie, der die Ansicht so-gleich veränderte, übergieng, und heisst (wie könnte man es nuranders verstehen?) nichts anderes, als ein absichtliches Ver-schweigen, Inconsequenz aus Behauptungssucht. Hr. Rühs scheintsich S. 158 seiner Edda selbst zu den „redlich Zweifelnden" zuzählen, es wird daher erlaubt sein, das Gegentheil,. wenn manes findet, zu bemerken.
Hr. Rühs nahm Widerlegungen und Einwendungen folgender-massen auf. Zuerst erliess er in der Hallischen L.-Ztg. 1812.No. 318 [S. 849—851] eine Antikritik, worin er über Verfälschungklagte; wie es sich damit verhalte, hat Rec. jn dem Intelligenz-blatt der Jahrbücher 1813. II, S. 10-13 [= oben S. 100-103]bündig genug gezeigt. Sodann erschien gegenwärtige dortschon angekündigte Schrift. Hr. Rühs fängt damit an, demRec. oder Jacob Grimm die Recension seines Buchs in derJenaer L.-Ztg. 1813 Januar [S. 169—173 von XYZ]*), und zwarmit gewohnter Sicherheit zuzuschreiben, so dass er diese Be-hauptung, man mag selber sehen, in welchen Reden, ganz durch-führt. Rec. gibt hier öffentlich sein Wort, dass er so wenig,als Jacob Grimm den allerentferntesten Antheil an dieser JenaerKritik gehabt und durch den Druck sie ihnen zuerst bekanntgeworden. Die Redaction der Jenaer L.-Ztg. wird dies leichtauch noch bezeugen, und der Verf. derselben nennt sich wohlselber. Ohnehin unterschreibt der Rec. jene Kritik nicht inallem Einzelnen; richtig ist, dass Hr. Müller in der Schrift über213 die Asalehre sich nicht mit der Hypothese vom angelsächsischenUrsprung der nordischen Poesie abgegeben, sie also auch nicht
*) [D. h. -von Gräter, s. Briefwechsel zwischen J. und W. Grimm S. 260.]