KARLS DES GROSSEN HEIMKEHR AUS UNGERLAND. 577
Wolf fanden, fielen sie über ihn her und bissen ihn, bis erganz todt war; indessen rettete sich der alte glücklich in denWald. — Wer noch Wolfes Treue hat, — den soll man fliehen,das ist mein Rath.
KARLS DES GROSSEN HEIMKEHR AUSUNGERLAND.
MITGETHEILT VON WM. GRIMM.(Nach der alten Kaiserchronik in der Heidelberger Handschrift Nr. 336.)Gesellschafter. 1818. 33. Blatt. Freitag, den 27. Februar. S. 129—131.
Pj s geschah im Jahr, da man zählte achthundert nachChristi Geburt, dass König Karl gen Ungarn zog und bis zuden Polachen die Völker zum christlichen Glauben bekehrte.Mit seinem Volk lagerte er nah an dem Meer. Er hatte aberdaheim der Königin hinterlassen, wo er länger als zehn Jahreausbleibe, habe ihn gewisslich der Tod hinweggerafft; auchhatte er ihr gesagt, wenn er ihr ein wohlbekanntes Ringleinsende, solle sie dem Boten, der es vorzeige, gläubig sein inallem, was er ihr berichte. Als nun neun Jahre herum waren,da erhob sich zu Achen und durch das ganze Reich Raub undBrand. Die Grossen des Landes konnten das nicht mit ansehen,sie giengen zu der Königin und sprachen: „Wir leiden viel,weil wir keinen Herrn haben, darum bitten wir euch, edle Frau,bescheidenlich, dass ihr einen Fürsten zum Gemahl nehmet, derdie Lande behüten kann. Unser Herr ist gewisslich todt, sonsthätte er euch, wie gross immer seine Noth gewesen, Botschaftzugesendet." Die Königin antwortete: „So müsst' ich geschändetsein, wenn König Karl hereinkäme in die Stadt, er würde michgewisslich tödten. Das Zeichen, das er mir beim Scheiden ver-hiess, hat er noch nicht gesendet. Noch nie brach ich meineTreue, sie soll auch immerdar stät an mir sein." Sie antworteten:
W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. I. 37