REKORDS FAHRT NACH JAPAN. 565
liefert er dem Matrosen, den er am liebsten hat, seinen grossenSäbel, den väterlichen genannt, um ihn seinem einzigen Sohneund Erben einzuhändigen. Nachdem dies abgethan ist, stehter auf mit ruhigem, selbst fröhlichem Antlitz und bittet umetwas Branntwein, seine Matrosen beim Abschied noch einmalzu traktiren; er trinkt mit ihnen und begleitet sie bis zumVerdeck. Sein Entschluss war gewesen, sich selbst umzubringen,um durch freiwilligen Tod der Schande zu entgehen. Das istdie eine Seite des Bildes; auf der andern muss man gestehen,dass über dem Ganzen dort eine eigene Ängstlichkeit schwebt,gleich als sei ein Theil der Luft hinweggenommen; kein tiefererAthemzug wird vergönnt, jede neue Bewegung trifft sogleichdie nahgelegte Schranke, die kalt, selbst mit Grausamkeit nieder-fällt und zerschneidet. So viel ist gewiss, dass eine solcheVerfassung nur bei einem so stätigen, pflanzenhaft lebendenVolke möglich und wohlthätig sein kann, jedes andere würdedarunter verdorren oder sie zersprengen. Neben den vielendeutlichen Beweisen der sanftesten, liebreichsten Gesinnungwird uns unheimlich vor der unglaublichen, stets mitschreitendenList. Auf keine Aussage, keine Versicherung konnte Golowninvertrauen, es war jedes Mal ein Hinterhalt dabei. Bedenklich-keiten, Vorsorgen wurden völlig ins Lächerliche übertrieben, undman fühlt lebhaft die Qual des Gefangenen bei dem endlosenAusfragen, das keinen bestimmten Zweck mehr hatte und garwohl zu einer Verzweiflung hätte führen können. Es ist imVerhandeln nichts von jener frischen, freien, vertrauenden Ge-sinnung, die, wie das Sprichwort sagt, den Mund im Herzenhat; man scheint an den Spruch jenes französischen Diploma-tikers zu glauben: dass der Mensch die Sprache erhalten habe,um dadurch seine Gedanken zu verbergen. Auch das fühltman, dass bei aller Festigkeit der Formen (einem höherenBefehl wird sogleich gefolgt, wenn auch die Ausführung ohn-möglich oder der Sinn des Befehls auf andere Weise leicht zubefriedigen wäre) sich dennoch die Erstarrung darin rächenmuss. Schon die Staatsveränderung im sechszehnten Jahrhun-dert durch Fideschossi enthält den Keim eines Umsturzes, wo-durch die geistliche Gewalt getrennt und als ein bedeutungsloser