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1 (1881)
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GOLOWNINS GEFANGENSCHAFT IN JAPAN. 561

GOLOWNINS GEFANGENSCHAFT IN JAPAN.

Gesellschafter. 1818. 208. Blatt. Mittwoch, den 20. Dezember. S. 832.

I /er zweite Band von Golownins Begebenheiten in seinerGefangenschaft bei den Japanern ist nun von Carl Jos. Schulzeins Deutsche übersetzt erschienen (Leipzig 1818). Er enthältausser dem schon von Kotzebue übersetzten Bericht des Flott-kapitäns Rikord in einzelnen Abschnitten die Nachrichten, dieder Gefangene über dieses Volk und Reich sammelte undgrösstentheils aus dem Munde der Dolmetscher und Wächterschöpfte; an Vollständigkeit ist natürlich nicht zu denken, aberalles, was über dieses seltsame Volk an den Tag kommt, ver-dient Aufmerksamkeit. Das Klima ist im Ganzen rauh und un-freundlich, und wenn man bemerkt, dass in Matsmai, welchesmit Livorno und Toulon parallel liegt, Apfel, Birnen, Wein-trauben kaum die völlige Reife erlangen und in der HauptstadtEddo, die mit Mallaga unter dem 36o der Breite liegt, in denWintermonaten der Schnee zolltief herabfällt, so überzeuget mansich, dass das Klima der östlichen Erdhälfte ungleich rauherist, als das der westlichen. Wie bei den Südamerikanern eineSage prophezeiet hatte, dass bärtige Männer landen und siebesiegen würden, so geht bei den Japanern von Alters her eineähnliche:dass eine Zeit kommen werde, wo ein Volk vomNorden sie unterjoche." Die Japaner sind immer fröhlich ge-stimmt, bei den Arbeiten wird gesungen; aber ihre Gesängehaben etwas Melancholisches und Wehmüthiges. Die Religionist nach vier Hauptsecten verschieden, jeder Bürger kann sichzu einer davon bekennen und seinen Glauben so oft verändern,wie es ihm gut dünkt. Nur das Christenthum ist bekanntlichstreng verboten. Der geistliche Kaiser oder Kin-Rey ist dasHaupt der alten japanischen Religion, doch auch die übrigenSecten hegen eine anbetende Verehrung für ihn. Er ist für

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