.560 ZEITGESCHICHTLICHES.
GOLOWNINS GEFANGENSCHAFT IN JAPAN.
Begebenheiten des Capitains yon der Russisch-Kaiserlichen Marine Golowuinin Gefangenschaft bei den Japanern in den Jahren 1811 —13. Nebst seinenBemerkungen über das japanische Reich und Volk und einem Anhange desCapitains Rikord. A. d. Russischen übersetzt v. Dr C. J. Schultz. Mit einemKupfer und einer Karte. (Leipzig, bei G. Fleischer dem Jüngeren.)
Gesellschafter. 1817. Sonnabend, den 19. Juli. 119. Blatt. S. 475.
Von jenem in ihren Grenzen eingeschnürtem Volke hatman des Zuverlässigen nicht viel, um so willkommener ist einBericht, der, neben Aufstellung allgemeiner Eigenthümlichkeit derJapaner, sie uns auch besonders in ihrem amtlichen Treibenbald höchst ehrwürdig, bald sehr belustigend zeigt, und allesErzählte hat noch einen grösseren Reiz dadurch, dass manschon selbst von dem Schicksale Golownins und seiner Leidens-gefährten zu lebhaftem Antheile aufgeregt wird. Das Werkgehört unbezweifelt zu den besten Neuigkeiten, die wir überVölkerkunde haben, und auch die Leser, die nur Unterhaltungsuchen, werden sich befriedigt fühlen. — Dass die Japanernicht so sehr für ihre Staatsverfassung eingenommen sind, alsman zu glauben gewohnt ist, bezeugen mehrere hier eingefügteAussprüche von Eingebornen; so sagte ein Gouverneur: „WennSonne, Mond und Sterne, die Schöpfungen des Allmächtigen,in ihren Bahnen Veränderungen unterworfen sind, so sollten dieJapaner ihre Gesetze, das Werk schwacher Sterblicher, dochnicht für ewig und unveränderlich halten!"
[anonym.]