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1 (1881)
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554 ZEITGESCHICHTLICHES.

wo der Herrscher sie nicht schon in der Nähe nach seinemGefallen auswählen und ihrer Unterwürfigkeit in seine leitendenGrundsätze gewiss sein könnte. Vier befassen sich mit derRedaction und entscheiden nichts durch Stimmenmehrheit, son-dern berathschlagen so lange, bis sie eins sind. Gestört dürfensie in ihren Berathungen durch Anderweitiges nicht werden,denn weil nur die Natur in sicherer Klarheit fortbildet, sover-lieren sonst die Mitglieder den Faden, den festzuhalten ohnehinschwer ist." Zwei von den vieren gehen zu den andern sechshernach über, welche, aus allen Ministerien gewählt, sich zureigentlichen Berathung vereinigen. Diese läutern nun (281. 282)nach der ganz reinen allseitigen Vernunft den Entwurf, undihnen sitzt der Herrscher im Minister vor und lenkt. Zwarentscheidet Stimmenmehrheit, doch damit Gleichheit der Mei-nungen leicht entstehe, ist ihre Anzahl gerade und ihm fällt dieEntscheidung natürlich zu; endlich aber, damit kein Widerstandirgend sich anfassen könne, bleibt dem Minister das Recht, einemBeschlüsse Einhalt zu thun und neue Berathungen zu gebieten,ganz nach dem Hauptsatz, dass die höchste Vernunft nur imHerrscher eingeschlossen sei.

Es brauchte nicht ausdrücklich (54) bemerkt zu werden,dass die Oberaufsicht des Staats durch die mit Hülfe des Ge-setzbuches eingeführte Gleichförmigkeiteingreifender" werde.Der Herr v. Gönner aber lässt merken, dass er noch weiterschaue: das Wesen der deutschen Universitäten bedarf nachseinem Gefühl einer Umwandlung; es herrscht dort noch dasLeben eines von keiner einseitigen, vorgezeichneten und, wieman sich ausdrückt, praktischen Richtung gebundenen, nachbloss wissenschaftlicher, rein menschlicher Bildung strebendenGeistes. Die Studenten müssen, wie bei den Franzosen, die derHerr v. Gönner doch zu wenig nennt und die wegen dieserVerläugnung allerdings krähen dürften, gleichförmiger werdenund ihr Studium nicht frei sein." Was willkommener, alssolche Lyceen und Specialschulen, die strenge Aufsicht führenund das Pensum aufgeben? Sie also werden empfohlen und aufder umgebildeten sogenannten Universität, wo der Staat (Herr-scher) weiss,wo und wie" sich der Unterthan für den Staats-