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1 (1881)
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552 ZEITGESCHICHTLICHES.

deihlichen Fortwachsen stärkt und ohne welche alles Aueren-blickliche, in eitlem Wahne von Menschengewalt hervorgetrieben,,verdorrt. Eine ganz andere aber ist dieses Vernunftrecht, eshat keine Geschichte und erkennt nicht die Eigenthümlichkeitund nothwendige Verschiedenheit des lebendigen Rechts an,,sondern, allen Menschen gleich zugetheilt, hat es nicht Farbe,.Geschmack, Geruch, und ist ein fader, schaler Abzug, wovonder Herrscher, so viel gutdünkt, den ihm gefälligen Bestim-mungen zutröpfelt. Während also ein historisches Recht eignenLeib und Ausdruck hat, fühlt das Vernunftrecht darnach keinBedürfnis, und an dem Vorschlag, das französische oder öster-reichische Gesetzbuch, je nachdem es politisch sei, einzuführen,findet diese Ansicht gar nichts zu tadeln, da jedem ja hinläng-liche Vernunft beigemischt worden.

Dieser Streit ist nicht bloss ein wissenschaftlicher, der sich-überlassen bleiben könnte, sondern er geht auf etwas allgemeinMenschliches, und insofern gehört er in dieses öffentliche, diefreien Rechte der Völker vertheidigende Blatt. Man könnteebenso füglich einem Volk seine Geschichte voll grosser Er-innerungen, die ja doch auf seine Gegenwart wirken, wenn es-nur ins Werk zu setzen wäre, hinwegnehmen wollen und ihmeine andere dem Willen des Herrschers angemessenere unter-schieben. Die Gesinnung dieser Schrift aber liefert dem ent-schiedensten Despotismus die Rechte des Volkes gebunden indie Hände. An nichts hat er sich mehr zu halten, als an einVernunftrecht, das ausser des Despoten Leib und Geist keinenhat und nichts anders ist, als seine ungezügelte Willkür, damitgar kein Zweifel bleibe, ist diesem Vernunftrecht noch ein An-hang gegeben (257): das Bedürfnis der Menschen, d. h. desHerrschers, (denn das Volk kommt hier nicht zur Sprache) unddie an sich zufälligen Bestimmungen, womit er die Vernunft,in Harmonie bringt" (27). Ja, so sorgfältig wird diese Willkür-umstellt, damit niemand schauend sich nähere, dass selbst die?Behauptung sich nicht scheuet: dieses Vernunftrecht brauchenichtvon jedem eingesehen zu werden", weil dies Streit gäbe,denn allerdings sei von ihm zum positiveneine Brücke" nöthig,diese aberdem Volke gefährlich." Da der Teufel sj.ch nur.