ÜBER DIE ELFEN. 427
Edinburg aufgebaut, aber kaum hatte er es erreicht, als jenerkleine alte Mann auf seinem weissen Pferdchen wie ein Blitzdurch das Gewühl der Menschen daher drang. Maccullochsprang auf sein Geheiss hinten auf, der „gute Nachbar" sporntesein Pferd den steilen Abhang hinunter und weder er noch derVerbrecher wurden je wieder gesehen.
7. Boshafte Streiche. Durch Notwendigkeit werdendie Elfen nicht angetrieben, die Menschen heimlich und mitList zu berauben, ein inneres Gelüsten scheint sie anzureizen.Der Wirbelwind ist nicht das einzige Kunststück, dessen siesich bedienen, etwas zu stehlen, sie nehmen ihre Zuflucht zuanderen viel verderblicheren und stiften Unglück, wie Feuers-brünste, an, um daraus Vortheil zu ziehen.
Ein Elfenweib, das in den Thürmen von Craig-ail-naicwohnte, bat eine Pachtersfrau in Delnabo um etwas Hafermehlzur Nahrung für ihre Familie mit dem Versprechen, es ihr inkurzem zurückzugeben, da sie selbst bald reichlich damit würdeversehen sein. Die Frau aus Furcht erfüllte das Verlangen derElfin, bewirthete sie der Sitte gemäss mit einem Schlückchen,Brot und Käse und gab ihr noch das Geleit. Als sie eine An-höhe vor der Stadt hinaufstiegen, machte „die Banshi" Haltund mit sichtbarer Freude sagt sie der Frau, sie möge ihrMehl wieder mit heim nehmen, sie wäre nun, wie sie erwartethätte, versehen. Die Frau, ohne die Elfin zu fragen, woher siedenn Mehl erhalten habe, nimmt vergnügt das ihrige und gehtzurück. Wie erstaunt sie aber, als sie wenig Minuten darnachden Kornboden einer benachbarten Meierei in vollen Flammenerblickt!
Ein Pachter, welcher die Meierei von Auchriachan, vonStrathavon inne hatte, suchte eines Tags seine Ziegen aufeinem entfernten Berg in Glenlivat, als ein dicker Nebel ihmden Weg entzog und seine Sinne verwirrte. Jeder Stein warin seinen Augen gross als ein Berg, jeder kleine Bach schien inentgegengesetzter Richtung zu laufen und der arme Wanderer gabdie Hoffnung auf, je wieder heim zu seinem Feuerherd zu ge-langen. Beim Anbruch der Nacht setzte er sich nieder, ganzerstarrt und sein Ende erwartend, als er ein Lichtchen schimmern