Druckschrift 
1 (1881)
Seite
418
Einzelbild herunterladen
 

418 ZU DEN MÄRCHEN.

saininen zu nehmen, indem ihr zeitliches und ewiges Wohl vondem Erfolge seines Unternehmens abhienge. Der Pachter, derseine Frau herzlich liebte, gieng am heiligen Abend hinaus undwartete mitten auf einem Heideplatz ungeduldig auf den Zugder Elfen. Als die Zügel schallten und wilde übernatürlicheLaute der Reiter, verliess ihn der Muth und der geisterhafteZug gieng, ohne dass er ihn zu stören wagte, an ihm vorüber.Als der letzte vorbeigeritten war, verschwand der ganze Haufeunter Gelächter und Freudengeschrei, zwischen welchem erdeutlich die Stimme seines Weibes erkannte, jammernd, dass ersie nun auf immer verloren habe.

Eine Frau war in die Wohnungen der friedlichen Leuteentführt und dort von jemand erkannt worden, der sonst einsterblicher Mensch gewesen, aber nun den Elfen zugesellt war.Dieser Bekannte, welcher noch etwas menschliches Wohlwollenbehalten hatte, warnte sie vor der Gefahr und rieth ihr, wennihr die Freiheit lieb sei, sich eine bestimmte Zeit lang allesEssens und Trinkens mit den Elfen zu enthalten. Sie befolgtedenRath, und als die Zeit herum war, so befand sie sich wiederauf der Erde unter den Menschen. Es wird noch erzählt, dassdie Speisen, die ihr dargereicht wurden und ihr so verführerischin die Augen leuchteten, bei näherer Untersuchung, nun alsder Zauber vorüber war, aus nichts als Erdknollen bestandenhätten.

Die Elfen hatten ein neugeborenes Kind in ihren Shiangebracht und holten hernach auch die Mutter, damit sie wenig-stens ihr eigenes Kind säuge. Eines Tages während dieserZeit bemerkte die Frau, dass die Elfen geschäftig waren, aller-lei Zuthaten in einen siedenden Kessel zu werfen, mit derMischung, so bald sie fertig war, sorgfältig ihre Augen be-strichen, das Übrige aber zu zukünftigem Gebrauch aufhoben.Sie wollte nun, als alle abwesend waren, ihre eigenen Augenmit der köstlichen Salbe bestreichen, hatte aber nur Zeit es mitdem einen zu versuchen, da die Elfen zu schnell zurückkehrten.Doch mit diesem einen Auge war sie im Stande, jedes Ding zusehen, wie es wirklich in den Shian kam, nicht wie bisher intrügerischem Glanz und Schönheit, sondern in seiner wahren