358 ZU DEN MÄRCHEN.
Endlich der Aufschneider; in ihm giebt sich die reineund, weil sie unverhohlen ist, schuldlose Lust an der Lüge kund.Die menschliche Einbildungskraft hat das natürliche Verlangen,einmal die Arme, so weit sie kann, auszustrecken und unge-stört das grosse Messer, das alle Schranken zerschneidet, zuhandhaben. In diesem Sinne ist das Märchen von dem ausdem Himmel geholten Dreschflegel gedacht; nur ein Schrittweiter ist dann das Zusammenstellen des völligen Widerspruchsund Vereinigung des Entgegengesetzten, wie im Märchen vomSchlaraffenland. Doch mögen auch in jenen wunderbaren Kün-sten der sechs Diener alte Riesensagen fortdauern, die nur,nachdem aller Glaube daran sich verloren hatte, in einer sol-chen humoristischen Weise noch dargestellt werden konnten.Wenigstens wird das Riesenwesen, ihre Sprünge, ihr Schiessenund Kugelwerfen, die sprengende Kraft ihrer Augen, ihr un-geheures Essen und Verschlingen in den alten Sagen undLiedern ganz ähnlich und in allem Ernst beschrieben.